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	<title>Klima der Gerechtigkeit</title>
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	<description>Klima-Blog der Heinrich-Böll-Stiftung</description>
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		<title>Auf nach Cochabamba zum Tag der Mutter Erde</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 12:41:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lili Fuhr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaregime]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie weiter nach dem Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen? Das fragen sich viele, w&#228;hrend die Verhandlungskarawane der UNFCCC zwischen Bonn, Cancun und S&#252;dafrika bereits wieder ins Rollen kommt. Z&#228;hne zusammenbei&#223;en und einfach weiterverhandeln bis zum Erfolg?
Bolivien geh&#246;rt zu den L&#228;ndern, die den Kopenhagen Accord nicht unterzeichnet haben, aber sehr wohl an Verhandlungen zur Weiterf&#252;hrung des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie weiter nach dem Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen? Das fragen sich viele, w&#228;hrend die Verhandlungskarawane der UNFCCC zwischen Bonn, Cancun und S&#252;dafrika bereits wieder ins Rollen kommt. Z&#228;hne zusammenbei&#223;en und einfach weiterverhandeln bis zum Erfolg?</p>
<p>Bolivien geh&#246;rt zu den L&#228;ndern, die den Kopenhagen Accord nicht unterzeichnet haben, aber sehr wohl an Verhandlungen zur Weiterf&#252;hrung des Kyoto-Protokolls interessiert ist. Die Regierung des Andenstaates hat nun zu einer alternativen Weltklimakonferenz nach Cochabamba eingeladen:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Anerkennung der Notwendigkeit dringender Ma&#223;nahmen, um der Menschheit und Mutter Erde gr&#246;&#223;ere Sch&#228;den und Leiden zu ersparen sowie die Harmonie mit der Natur wiederherzustellen; in der Gewissheit, dass die V&#246;lker der Welt, geleitet von den Prinzipien der Solidarit&#228;t, der Gerechtigkeit und des Respekts f&#252;r das Leben, in der Lage sein werden, die Menschheit und Mutter Erde zu retten; sowie zur Feier des Internationalen Tags der Mutter Erde ruft die Regierung des plurinationalen Staates Bolivien die V&#246;lker, die sozialen Bewegungen und die Verteidiger von Mutter Erde aus aller Welt auf und l&#228;dt sie, wie auch Wissenschaftler, Akademiker, Juristen und Regierungen, die mit ihrem Volk zusammenarbeiten wollen, zur <a title="PWCCC" href="http://pwccc.wordpress.com/" target="_blank">Weltkonferenz der V&#246;lker &#252;ber den Klimawandel und die Rechte von Mutter Erde</a> ein, die vom 20. bis 22. April 2010 in Cochabamba, Bolivien, stattfinden wird.&#8221; (Quelle: <a title="pwccc" href="http://pwccc.wordpress.com/2010/01/08/afruf/#more-147" target="_blank">pwccc</a>)<span id="more-4496"></span></p></blockquote>
<p>(Den Hintergrund der Konferenz erl&#228;utert Boliviens UN-Botschafter in einem <a title="Guardian" href="http://www.guardian.co.uk/environment/cif-green/2010/mar/19/bolivia-conference-on-climate-change" target="_blank">Artikel im Guardian</a>.)</p>
<p>Die Ziele der Konferenz sind ambitioniert, so zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>Einigung &#252;ber Vorschl&#228;ge zu neuen Verpflichtungen f&#252;r das Kyoto-Protokoll sowie f&#252;r Entscheidungsvorhaben der UN-Rahmenkonvention &#252;ber Klimawandel als Leitlinien f&#252;r das Verhalten der dem Leben verpflichteten Regierungen in den Verhandlungen &#252;ber den Klimawandel und auf allen Ebenen der Vereinten Nationen</li>
<li>Analyse und Entwurf eines Aktionsplans, um der Errichtung eines Tribunals f&#252;r Klimagerechtigkeit n&#228;herzukommen</li>
<li>Diskussion und Beschluss des Projekts der Universellen Erkl&#228;rung der Rechte von Mutter Erde</li>
</ul>
<p>W&#228;re es nicht gro&#223;artig, wenn es einer solchen Konferenz tats&#228;chlich gelingen w&#252;rde, die UNFCCC Verhandlungen zu revolutionieren, Klimagerechtigkeit als Thema zu institutionalisieren und Menschenrechtsverletzungen in Folge der Erderw&#228;rmung international zu &#228;chten?</p>
<p>Aber leider ist Bolivien eben nur ein kleiner Andenstaat mit einer linken Regierung, die die M&#228;chtigen der Welt nicht so richtig ernst nehmen. Die Agenden der &#8220;wirklich wichtigen&#8221; Post-Copenhagen treffen sehen anders aus, obwohl in Bolivien vermutlich &#252;ber die entscheidenden Themen f&#252;r unseren Planeten und seine Bewohner gesprochen werden wird. Also auf nach Cochabamba!</p>
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		<title>Petersberger Klimadialog &#8211; was ist das Ziel ?</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 11:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Copenhagen war nix &#8211; wie jetzt weiter?&#8221; ist nat&#252;rlich die zentrale Frage zum internationalen Verhandlungsprozess. Die Termine f&#252;r die &#252;blichen Zwischenverhandlungen in 2010 stehen schon fest, so im April sowie im Juni in Bonn. Zudem m&#246;chte die Bundesregierung vom 2. bis 4. Mai zu einem Treffen von Umweltministern aus 50 bis 55 L&#228;ndern auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/der-Petersberg-in-Bonn1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4492" title="Der Petersberg in Bonn" src="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/der-Petersberg-in-Bonn1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>&#8220;Copenhagen war nix &#8211; wie jetzt weiter?&#8221; ist nat&#252;rlich die zentrale Frage zum internationalen Verhandlungsprozess. Die Termine f&#252;r die &#252;blichen Zwischenverhandlungen in 2010 stehen schon fest, so im April sowie im Juni in Bonn. Zudem m&#246;chte die Bundesregierung vom 2. bis 4. Mai zu einem Treffen von Umweltministern aus 50 bis 55 L&#228;ndern auf den Petersberg nach Bonn einladen. Das Treffen wird nicht im Rahmen der UN stattfinden, und es werden auch keine NGOs zugelassen.  Mit dem &#8220;Petersberger Klimadialog&#8221; kn&#252;pft die Bundesregierung in leicht ver&#228;ndertem, erweitertem Setting an den &#8220;Greenland-Dialogue&#8221; an, den D&#228;nemark im Vorfeld von Kopenhagen mit einer Serie von Treffen abgehalten hatte.</p>
<p>Bundestagsabgeordnete von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen haben eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, welche Strategie sie mit dem Petersberger Klimadialog verbindet. Die <a title="Antwort der Bundesregierung auf kleine Anfrage - Bundestagsdrucksache" href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/008/1700857.pdf">Antwort der Bundesregierung</a> vermittelt leider den Eindruck: noch keine klare. Es f&#228;llt jedenfalls schwer, sie zwischen den Zeilen herauszulesen. Die offizielle Zielsetzung lautet, es gehe um einen &#8220;inhaltlichen Austausch zwischen den Teilnehmern (&#8230;), um den Positionen der verschiedenen staatlichen Regional- und Interessengruppen ein informelles Forum und den Verhandlungen einen zus&#228;tzlichen Impuls zu geben.&#8221; Sehr sch&#246;n. Aber genauso lautete auch das Ziel der vielen, vielen Treffen und Zwischenverhandlungen vor Kopenhagen. Was es hingegen jetzt braucht, ist eine klare Allianz der Vorreiter!</p>
<p><span id="more-4487"></span></p>
<p>Zwar ist auf jeden Fall positiv hervorzuheben, dass die Bundesregierung die Gruppe wesentlicher repr&#228;sentativer zusammensetzen m&#246;chte, als das beim Greenland Dialogue oder auch beim Treffen der Staatschefs von 26 L&#228;ndern in der letzten Nacht von Kopenhagen der Fall war. Nur wenn wenigstens alle wichtigen Verhandlungs- und L&#228;ndergruppen mit am Tisch sitzen, kann so ein informelles Treffen am Ende auch zu einem multilateralen Konsens f&#252;hren.</p>
<p>Doch wie genau lautet die Strategie f&#252;r das Dilemma, dass die USA wohl selbst unter Obama keinem bindenden Klima-Abkommen zustimmen werden, die Bundesregierung mit den anderen EU-Staaten aber explizit an dieser Forderung festh&#228;lt? Wird der Petersberger Klimadialog der Ort, wo endlich Tacheles &#252;ber den Kopenhagen-Vorstoss der Inselstaaten geredet wird, dass es am Ende zwei Abkommen braucht: ein weniger verbindliches mit den USA und vermutlich auch etlichen der Schwellenl&#228;nder, sowie ein verbindliches Kyoto-Folgeabkommen mit strikten Regeln? Wann wird denn mit wem dar&#252;ber beraten, welche Anreize es dann noch f&#252;r die Industriel&#228;nder oder auch f&#252;r ambitioniertere Schwellenl&#228;nder geben kann, dem verbindlichen Kyoto-Folgeabkommen beizutreten und nicht nur dem unverbindlicheren Abkommen mit den USA? Reicht es daf&#252;r aus, den Emissionshandel dem Kyoto-Abkommen vorzubehalten, oder m&#252;ssten nicht auch umfangreichere Technologie-Programme beschlossen sowie &#8211; eines Tages vielleicht &#8211; auch eine Diskussion &#252;ber Grenzausgleichsma&#223;nahmen gef&#252;hrt werden? Macht es Sinn, diese Fragen in einem repr&#228;sentativen Setting von 50-55 Ministern zu er&#246;rtern, oder br&#228;uchte es dazu nicht vielmehr ein Treffen einer &#8220;Coalition of the Willing&#8221;, die sich f&#252;r die Fortf&#252;hrung des Kyoto-Protokolls stark macht?</p>
<p>Viele Fragen, aus denen nat&#252;rlich auf dem Petersberger Dialog einiges entstehen kann. Hoffen wir einfach mal, dass dies der Ort wird, wo in einer der Kaffeepausen die Bundesregierung mit anderen EU-L&#228;ndern, einigen Schwellenl&#228;ndern (Brasilien, S&#252;dafrika?) und etlichen Entwicklungsl&#228;ndern (LDCs, AOSIS) ein weiteres Treffen vereinbart, um sich dar&#252;ber auszutauschen und eine langfristige Allianz vorzubereiten, die wirklich die Potenz hat, ein verbindliches Klimaregime am Leben zu halten.</p>
<p>Quelle Foto: dream4akeem auf Flickr.com mit Creative Commons Lizenz</p>
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		<title>Nichts ist unm&#246;glich: Rettet eine &#214;kosteuer das US-Klimagesetz?</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 13:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Jungjohann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Emissionshandel]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Wochen treten die Protagonisten f&#252;r ein US-Klimagesetz auf der Stelle, fehlt doch weiterhin die Unterst&#252;tzung von moderaten und konservativen Senatoren, ohne die eine 60-Stimmen-Mehrheit unerreichbar bleibt. Wegen der vollen Agenda im Senat und den Wahlen im November werden der Verabschiedung eines umfassenden Klimagesetzes (inkl. Emissionshandel) inzwischen nur noch Au&#223;enseiterchancen einger&#228;umt. Senator Lindsey Graham warnt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Wochen treten die Protagonisten f&#252;r ein US-Klimagesetz auf der Stelle, fehlt doch weiterhin die Unterst&#252;tzung von moderaten und konservativen Senatoren, ohne die eine 60-Stimmen-Mehrheit unerreichbar bleibt. Wegen der vollen Agenda im Senat und den Wahlen im November werden der Verabschiedung eines umfassenden Klimagesetzes (inkl. Emissionshandel) inzwischen nur noch <a href="http://money.cnn.com/2010/03/17/news/economy/cap_and_hybrid/" target="_blank">Au&#223;enseiterchancen</a> einger&#228;umt. Senator Lindsey Graham warnt davor, dass der <a href="http://seminal.firedoglake.com/diary/35434" target="_blank">Streit um die Gesundheitsreform</a> das partei&#252;bergreifende Zusammenarbeiten insgesamt belastet und Initiativen wie das Klimagesetz oder eine Einwanderungsreform ganz in Frage stellt. Am gestrigen Dienstag hat ex-Pr&#228;sident <a href="http://thehill.com/blogs/e2-wire/677-e2-wire/87115-bill-clinton-to-dems-on-energy-and-climate-bill-get-it-done?page=2#comments" target="_blank">Bill Clinton</a> den Senatoren der Demokraten ins Gewissen geredet, endlich das Klimagesetz zu verabschieden.</p>
<p>Doch gutes Zureden allein wird nicht reichen. Um den Widerstand gegen das Klimagesetz zu durchbrechen, m&#252;ssen Zugest&#228;ndnisse an diverse Interessen und Senatoren gemacht werden, die das Gesetz verw&#228;ssern und in Teilen <a href="http://www.politico.com/news/stories/0310/34469.html" target="_blank">widerspr&#252;chlich</a> sind. Jetzt sickert durch, dass der Verkehr aus dem System herausgenommen  werden soll. <span id="more-4481"></span>Bislang sahen die US-Pl&#228;ne f&#252;r Emissionshandel einen sektor&#252;bergreifenden Ansatz vor: Nicht nur Emissionen aus Kraftwerken und Fabriken (wie im EU Emissionshandel) m&#252;ssen am Emissionshandel teilnehmen, sondern auch Verkehr und Landwirtschaft. Doch dieses Konstrukt scheint passe. Stattdessen soll eine CO2-Steuer auf Mineral&#246;le erhoben werden, deren Satz an den CO2-Preis des Emissionshandels gekoppelt werden soll. Das Aufkommen der Steuer k&#246;nnte in den &#246;ffentlichen Personennahverkehr und andere gr&#252;ne Verkehrsoptionen investiert werden. H&#246;rt sich fast nach &#214;kosteuer an, oder?</p>
<p>Die Klimapolitiker um Senator Kerry und Senator Graham testen die Idee einer <em>carbon fee</em> mit Vertretern der Energiemultis (wie BP und ConocoPhillips) und ihren Senatskollegen aus den Bundesstaaten, die der &#214;l- und Gasindustrie nahestehen. Dort kommt der Vorschlag gut an. Selbst Senatorin Mary Landrieu aus Louisiana, in den Reihen der Demokraten die vielleicht h&#228;rtestete Gegnerin eines ambitionierten Klimagesetzes, unterst&#252;tzt den neuen Ansatz.</p>
<p>Die US-Umweltverb&#228;nde sind skeptisch. Sie weisen auf die europ&#228;ischen Erfahrungen hin, nach denen selbst im Vergleich sehr hohe Steuers&#228;tze die Emissionen im Verkehr wenig gesenkt h&#228;tten. (Aus meiner Sicht ist das nur die halbe Wahrheit, denn in Deutschland und anderen EU L&#228;ndern wird sehr wohl ein Zusammenhang zwischen hohen Benzinpreisen und Nachfrage nach effizienteren Fahrzeugen nachgewiesen. Dass der allein nicht ausreicht, um die Emissionen im Verkehr substanziell zu senken, steht auf einem anderen Blatt.) Doch der Grund f&#252;r die Skepsis ist nicht allein die Unwirksamkeit einer (noch dazu kleinen) CO2-Steuer im Verkehr. Vielmehr sprechen die politischen Realit&#228;ten dagegen. Eine Steuererh&#246;hung, noch dazu auf Energie bzw. CO2 in Zeiten einer Wirtschaftskrise, ist absolut nicht mehrheitsf&#228;hig im US Kongress. Am besten fasst dies Jay Inslee, demokratischer Abgeordneter aus Seattle in <a href="http://www.politico.com/news/stories/0310/34536.html" target="_blank">politico</a> zusammen:</p>
<blockquote><p>Inslee … questions the political motives of the oil companies. Traditionally, Congress has been extremely reluctant to pass any type of legislation that could be construed as a gas tax — particularly during an economic downturn. “It’s easier to kill politically because it’s more an obvious cost,” he said. “It’s a fatter target.”</p></blockquote>
<p>Aus meiner Sicht ist es relativ egal, ob der Verkehr in ein cap-and-trade System einbezogen wird oder eine kleine <em>carbon fe</em>e erhoben wird. Beides wird die Emissionen im US-Verkehr kaum senken. Wichtiger ist jetzt, den Durchbruch f&#252;r das Klimagesetz hinzubekommen- selbst, wenn die <em>carbon fee</em> das parlamentarische Verfahren nicht &#252;bersteht. Und in der Tat: Was f&#252;r eine story, wenn die Idee einer &#214;kosteuer das Klimagesetz retten w&#252;rde. W&#252;rden nur Kraftwerke und Fabriken am System teilnehmen (wie z.B. hier in der <a href="http://www.nytimes.com/reuters/2010/03/15/us/politics/politics-us-climate-usa-congress.html" target="_blank">NYT</a> spekuliert wird), w&#228;ren die USA damit sogar einen Schritt n&#228;her am europ&#228;ischen Emissionshandel, was perspektivisch f&#252;r einen transatlantischen carbon market relvant wird.</p>
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		<title>Weltpolitik statt Minderwertigkeitskomplex</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 09:38:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum ersten Mal seit COP15 &#228;u&#223;ert sich Chinas Chef &#246;ffentlich zu seiner Rolle in der letzten Verhandlungsnacht in Kopenhagen. Immerhin. Bisher hatte Wen Jiabao dazu geschwiegen. Besser sp&#228;t als nie, k&#246;nnte man meinen, kommt die Schilderung mit seinen eigenen Worten. Doch jedenfalls aus einer europ&#228;ischen Perspektive stellt sich Wen&#8217;s Haltung in Kopenhagen als eine ziemlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/Wen-Jiabao-in-Kopenhagen1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4468" title="Chinese Premier Addresses High-level UN Conference on Climate Change" src="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/Wen-Jiabao-in-Kopenhagen1.jpg" alt="" width="122" height="180" /></a>Zum ersten Mal seit COP15 &#228;u&#223;ert sich Chinas Chef &#246;ffentlich zu seiner Rolle in der letzten Verhandlungsnacht in Kopenhagen. Immerhin. Bisher hatte Wen Jiabao dazu geschwiegen. Besser sp&#228;t als nie, k&#246;nnte man meinen, kommt die Schilderung mit seinen eigenen Worten. Doch jedenfalls aus einer europ&#228;ischen Perspektive stellt sich Wen&#8217;s Haltung in Kopenhagen als eine ziemlich bedauerliche Mischung von Eitelkeit und Minderwertigkeitskomplex dar.<span id="more-4464"></span> Der Bericht des <a title="Third World Network Artikel" href="http://www.twnside.org.sg/title2/climate/info.service/2010/climate20100302.htm">Third World Networks</a> &#252;ber Wen&#8217;s eigene Darstellung best&#228;tigt, was bereits am 25.12. in einem Zeitungsartikel in China kolportiert aber au&#223;erhalb von China kaum von den Medien aufgegriffen wurde. Wer Lust hat, kann sich Wen auch live im <a title="Wen Jiabao's speech to Press on March 14" href="http://tv.people.com.cn/GB/61600/182354/11129720.html">Video-Clip ansehen</a>:</p>
<p>Wen h&#228;tte am Abend des Mittwoch (16.12.) beim Empfang und Dinner der Queen &#252;ber einen Vertreter eines anderen Landes zuf&#228;llig erfahren, dass sp&#228;ter ein Treffen einer Gruppe von L&#228;ndern f&#252;r den Kopenhagen-Accord stattfinden soll. Dann h&#228;tte er gesehen, dass China zwar auf der Teilnehmerliste f&#252;r dieses Treffen steht. Er pers&#246;nlich habe aber keine Einladung erhalten, und auch die Chinesische Delegation w&#228;re nicht &#252;ber das Treffen unterrichtet gewesen. Daher habe er einen niedrig-rangigen Vertreter zu dem Treffen geschickt.</p>
<p>Wie die Story dann weitergeht, kennt man aus dem <a title="Guardian Artikel von Mark Lynas" href="http://www.marklynas.org/2009/12/23/how-do-i-know-china-wrecked-the-copenhagen-deal-i-was-in-the-room">Guardian-Artikel</a>, dessen Interpretation der letzten Nacht von Kopenhagen die Medien weltweit dominiert hat &#8211; allerdings mit einem arg einseitigen China-Bashing: der Vertreter Chinas h&#228;tte immer wieder mit Wen Jiabao telefonieren m&#252;ssen, der in seinem Hotelzimmer sa&#223;, um sich bei Entscheidungen r&#252;ck zu versichern. W&#228;hrenddessen h&#228;tten die gr&#246;&#223;ten Staatschefs der Welt &#8211; alle pers&#246;nlich bei dem Treffen anwesend &#8211; D&#228;umchen drehen und dann mehr oder weniger fressen m&#252;ssen, was Wen in seinem Hotelzimmer im Alleingang entscheidet.</p>
<p>Diese Sicht vergisst zwar, dass China gute Gr&#252;nde hatte, einen greenwash-deal in Kopenhagen zu verhindern. Ich pers&#246;nlich bin froh dar&#252;ber und denke, dass ein &#8220;Scheitern als Chance&#8221; besser ist als ein greenwash-deal, der keinem was bringt (siehe unsere Kopenhagen-<a title="Paper &quot;Failure or Opportunity&quot;" href="http://www.boell.de/ecology/climate/climate-energy-epaper-analyzes-summit-copehagen-8662.html">Analyse &#8220;Failure or Opportunity&#8221;</a>).</p>
<p>Aber ich frage mich schon, wie hoch das Ma&#223; an Eitelkeit eines Staatschefs gehen darf, wenn das Weltklima auf dem Spiel steht. Ein normaler Mensch sieht das doch so: Entweder, China wurde nicht eingeladen und nimmt daher auch &#252;berhaupt nicht Teil. Dann w&#228;re der Ball bei den anderen Staatschefs gewesen und sie h&#228;tten Wen anrufen und fragten m&#252;ssen, wo er denn bleibt; es war doch klar, dass ein Deal nicht ohne China verhandelt werden kann. Oder aber, Wen zeigt sich selbstbewusst und geht einfach pers&#246;nlich hin, weil er ja wei&#223;, dass China auf der Einladungsliste steht und Obama et al. auch pers&#246;nlich da sein werden.</p>
<p>Dass er indessen einen Vertreter schickt, aber doch nicht selbst hingeht, ist inkonsequent und inkonsistent. Ein Spielchen, bei dem Wen im Hotelzimmer schmollt, alle anderen es einfach nur strange finden, und eigentlich gar nicht wirklich verhandelt werden kann. Eigentlich dachte ich bisher, genau das w&#228;re auch Wen&#8217;s Strategie gewesen: nicht zu verhandeln, damit er keinem greenwash-deal zustimmen muss. Aber dass er jetzt mit eigenen Worten berichtet, er w&#228;re nicht bei dem Treffen gewesen aus Missverst&#228;ndnis oder Eitelkeit oder Minderwertigkeitskomplex, ist schon traurig. Wenn China wirklich Weltmacht sein will, m&#252;ssen auch ihre F&#252;hrer entsprechend auftreten.</p>
<p>Es ist bitter aber wohl die Realit&#228;t, wie die Geschicke der gro&#223;en Weltpolitik immer wieder an den Pers&#246;nlichkeitsstrukturen von Einzelpersonen kr&#228;nkeln. In Kopenhagen lag es nat&#252;rlich nicht nur an Wen, sondern auch an der miserablen Performance des d&#228;nischen COP-Pr&#228;sident Rassmussen und noch einigen anderen, die ebenfalls als Personen das Scheitern mitzuverantworten haben.</p>
<p>Quelle Foto: United Nations Photo auf Flickr.com mit Creative Commons Lizenz</p>
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		<title>Neue EU-Klimastrategie: Cancun wird nur ein weiterer Zwischenstopp</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 15:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende letzter Woche hat die Kommission der Europ&#228;ischen Union eine neue Klimastrategie vorgelegt. Wie immer ist sie damit dem Rat der Mitgliedsstaaten voraus, die ihre Positionen noch sortieren. Vier Aspekte fand ich bemerkenswert in der Strategie der Kommission.
Erstens: die EU rechnet nicht mehr mit einem Abkommen in Cancun auf COP16 im November/Dezember 2010. Stattdessen hei&#223;t [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/EU.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4460" title="EU" src="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/EU.jpg" alt="" width="189" height="136" /></a>Ende letzter Woche hat die Kommission der Europ&#228;ischen Union eine neue Klimastrategie vorgelegt. Wie immer ist sie damit dem Rat der Mitgliedsstaaten voraus, die ihre Positionen noch sortieren. Vier Aspekte fand ich bemerkenswert in der Strategie der Kommission.</p>
<p>Erstens: die EU rechnet nicht mehr mit einem Abkommen in Cancun auf COP16 im November/Dezember 2010.<span id="more-4454"></span> Stattdessen hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>In order to achieve this, we should first focus on the adoption of a balanced set of concrete, action-oriented decisions in Cancun at the end of 2010. This should be as comprehensive as possible, but given remaining differences among Parties, the EU must be ready to continue the work for the adoption of a legally binding agreement in South Africa in 2011.</p></blockquote>
<p>Zweitens: die Kommission will ihre Rolle als Think Tank der Mitgliedsstaaten ernst nehmen und re Emissionsminderung weit &#252;ber 2020 hinausdenken. Vermutlich &#8211; das sage ich jetzt mal so salopp &#8211; haben etliche Kommissions-MitarbeiterInnen auch die Fatzen dicke mit der Diskussion, ob und wann die EU von 20% auf 30% unkonditionale Emissions-Minderung im Jahr 2020 erh&#246;hen soll&#8230; So k&#252;ndigft die Strategie an:</p>
<blockquote><p>The Commission will outline a pathway for the EU&#8217;s transition to a low carbon economy by 2050, to achieve the EU agreed objective to reduce emissions by 80-95%, as part of the developed countries&#8217; contribution to reducing global emissions by at least 50% below 1990 levels in 20506. The EU is committed to a 20% emission reduction below 1990 levels in 2020, and to moving to 30% if the conditions are right. Ahead of the June European Council, the Commission will therefore prepare an analysis of what practical policies would be required to implement a 30% reduction.</p></blockquote>
<p>Drittens benennt die Kommission nicht nur glasklar und ohne besch&#246;nigende Worte, wie weit die gegenw&#228;rtig von den Industriel&#228;ndern auf den Tisch gelegten Reduktionsangebote noch von den wissenschaftlichen Anforderungen entfernt liegen. Sie benennt ebenso die Risiken, die mit der unkoordinierten Vergabe von internationalen Klima-Finanzen einhergehen k&#246;nnten. Bez&#252;glich der schon verprochenen 30 Mrd. US-Dollar &#8220;Fast-Start-Gelder&#8221; f&#252;r die Jahre 2010-2012 schreibt sie:</p>
<blockquote><p>Fast-start funding must be well targeted to different regions of the world in order to effectively build climate policy capacity, respond to developing countries&#8217; needs and specific proposals and deliver environmental results where it is most needed.</p></blockquote>
<p>Auch die Gefahr, dass viele EU-Mitgliedsstaaten nicht anst&#228;ndige Ergebnisse liefern bei der Fast-Start-Finanzierung, scheint die Kommission zu wittern. Schlie&#223;lich deutet im Fall Deutschland ja einiges daraufhin, dass die Bundesregierung neu versprochene Gelder in alten Schl&#228;uchen serviert (siehe unseren Blog dazu <a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/budgetkuerzung-in-sachen-glaubwuerdigkeit-im-klimaschutz/">hier</a>). Daher schl&#228;gt die Kommission ein B&#252;ndel von Ma&#223;nahmen vor:  mit dem ECOFIN zusammenzuarbeiten, ein Capacity-Building Programm f&#252;r EU-L&#228;nder aufzulegen sowie zweij&#228;hrig einen Bericht von den Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der Fast-Start-Gelder einzufordern &#8211; beginnend bereits im Mai 2010!</p>
<p>Gerechtigtfertigt ist die Vorsicht wie auch Hilfe zur Umsetzung der Klima-Finanzen alle Mal. Denn wenn die Industriel&#228;nder keine zus&#228;tzlichen und verl&#228;slichen Transfers liefern, und die Entwicklungs- und Schwellenl&#228;nder schon vor Abschluss der Verhandlungen &#252;ber ein zuk&#252;nftiges Abkommen merken, dass weiterhin Versprechungen nicht eingehalten werden, d&#252;rften die internationalen Verhanldungen vollkommen garantiert.</p>
<p>Schlie&#223;lich merkt die Kommission viertens an, dass es f&#252;r den internationalen Emissionshandel bald f&#252;nf vor zw&#246;lf ist. Denn der bricht ein, wenn die Kyoto-Periode 2012 zu Ende geht und kein weitere Verpflichtungsperiode anschlie&#223;t. Hier empfiehlt die Kommission:</p>
<blockquote><p>In addition, the Clean Development Mechanism (CDM) will continue post-2012, but it must be reformed to improve its environmental integrity, effectiveness, efficiency, and governance. Over time it should increasingly focus on least developed countries. To ensure a coherent transition from project-based to sector-wide mechanisms, the EU should seek common ground with the US and other countries implementing cap-and-trade systems and generating demand for credits in a coordinated manner. A major goal for Cancun should be to anchor the improved and new carbon market mechanisms as means to reach ambitious mitigation objectives and generate financial flows to developing countries.</p></blockquote>
<p>Dabei soll dann am europ&#228;ischen Wesen die Welt genesen: die Richtlinien zur Verbindung von EU-Emissionshandel mit CDM und JI sollen die Qualit&#228;ts-Standards setzen f&#252;r die Reform des internationalen Emissionshandels. Na, da sind wir mal alle gespannt!</p>
<p>Quelle Foto: UW-IAP auf Flickr.com mit Creative Commons Lizenz</p>
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		<title>Energy Autonomy &#8211; eine Doku</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 09:56:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 18. M&#228;rz kommt mal wieder ein seri&#246;ser Film &#252;ber die erneuerbare Revolution unserer gesellschaftlichen Energiebasis in die Kinos: &#8220;Energy Autonomy &#8211; The 4th Revolution&#8221;. Mit Hermman Scheer, Maximilan Gege, Matthias Willenbacher und anderen internationalen Gr&#246;&#223;en als zentrale Figuren der Dokumentation. Hier schon ein kleiner Vorgeschmack &#252;ber den Trailer. Mehr Infos &#252;ber das Projekt hier.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 18. M&#228;rz kommt mal wieder ein seri&#246;ser Film &#252;ber die erneuerbare Revolution unserer gesellschaftlichen Energiebasis in die Kinos: &#8220;Energy Autonomy &#8211; The 4th Revolution&#8221;. Mit Hermman Scheer, Maximilan Gege, Matthias Willenbacher und anderen internationalen Gr&#246;&#223;en als zentrale Figuren der Dokumentation. Hier schon ein kleiner Vorgeschmack &#252;ber den Trailer. Mehr Infos &#252;ber das Projekt <a title="Webseite Energy Autonomy" href="http://www.energyautonomy.org/index.php?article_id=21&amp;clang=0">hier</a>.<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/B90UQg_AAmI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/B90UQg_AAmI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Bundesregierung unterst&#252;tzt Desertec Investitionen</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 09:47:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Projekt Desertec, welches mit sage und schreibe 400 Mrd. EURO Solarkraftwerke in den Anrainerstaaten des Mittelmeers aufbauen will, kann ein sinnvolles Unterfangen werden (&#228;lterer Blog dazu hier). Denn alle Szenarien, die eine Vollversorgung der EU mit Erneuerbaren Energien vorsehen, werden bei der Frage unsicher, ob dies wirklich alleine durch erneuerbare Energieproduktion innerhalb der EU [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/Concentrated-Solar-Power.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4450" title="Concentrating solar power" src="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/Concentrated-Solar-Power.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Das Projekt Desertec, welches mit sage und schreibe 400 Mrd. EURO Solarkraftwerke in den Anrainerstaaten des Mittelmeers aufbauen will, kann ein sinnvolles Unterfangen werden (&#228;lterer Blog dazu <a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/green-development-deal/">hier</a>). Denn alle Szenarien, die eine Vollversorgung der EU mit Erneuerbaren Energien vorsehen, werden bei der Frage unsicher, ob dies wirklich alleine durch erneuerbare Energieproduktion innerhalb der EU gelingen kann. Zudem liegt ein gro&#223;es Potential darin, durch Investitionen von hiesigen Unternehmen den Mittelmeer-Anrainerstaaten beim Einstig in die nach-fossile Entwicklung zu helfen und ihre &#214;konomien zu diversifizieren.</p>
<p>Jetzt hat sich die Bundesregierung offenbar entschlossen, das Vorhaben mit Au&#223;enwirtschaftshilfen f&#246;rdern zu wollen. Auch das ist sinnwoll. Wenn hierzulande Investitionen in Erneuerbare mittels EEG und anderen Instrumenten gef&#246;rdert werden, warum dann nicht auch die Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenl&#228;ndern ebenso? Der springende Punkt allerdings:  stellt die Au&#223;enwirtschaftsf&#246;rderung denn wirklich sicher, dass auch die Ziell&#228;nder mehr als nur exportierten Strom davon haben werden?<span id="more-4443"></span></p>
<p>Zwar <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Desertec;art271,3051832">sagt Wirtschaftsminister Br&#252;derle dem Tagesspiegel</a>, dass es zun&#228;chst darum gehe, dass sich die Region selbst mit Strom versorge. Das h&#228;tten auch die Desertec-Gr&#252;nder immer wieder betont. In der Diskussion w&#228;re teilweise der Eindruck entstanden, dass die Sonnenl&#228;nder in erster Linie Strom f&#252;r Europa produzieren sollen. Dem sei nicht so.</p>
<p>Dennoch treiben vor allem deutsche Konzerne das Projekt voran, da sie die Technologien bereitstellen und sich mit dem Projekt &#252;ber Jahrzehnte hinweg Auftr&#228;ge sichern. Und die Instrumente der bundesdeutschen Au&#223;enwirtschaftsf&#246;rderung sind bisher einzig und allein darauf abgestellt, deutsche Unternehmen in ihren Auslandsgesch&#228;ften zu unterst&#252;tzen &#8211; aber nicht, zugleich auch Entwicklungsziele zu verfolgen, oder Klimaziele. Die Au&#223;enwirtschaftsf&#246;rderung f&#252;r Desertec d&#252;rfte also ein Testfall werden: reicht es aus, dieses rein &#246;konomische Instrument ohne Reformen f&#252;r eine Au&#223;enwirtschaftspolitik im 21. Jahrhundert einzusetzen, die sich auch an &#246;kologischen und sozialen Zielen orientieren muss?</p>
<p>Foto von Tom Raftery: http://www.flickr.com/photos/traftery/4340528102/ mit Creative Commons Lizenz</p>
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		<title>Japan knickt ein</title>
		<link>http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/japan-knickt-ein/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 08:24:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Schade. Japan hatte im letzten Jahr eine so gute Entwicklung durchgemacht in der Klimapolitik. Eigentlich kannte man das Land die meisten Jahre in einer Riege mit den USA, Kanada und Australien als Nachz&#252;gler, der in den internationalen Klimaverhandlungen bremst. Doch das hatte sich letztes Jahr wirklich ge&#228;ndert. Zuletzt galt Japan mit Norwegen als eines der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schade. Japan hatte im letzten Jahr eine so gute Entwicklung durchgemacht in der Klimapolitik. Eigentlich kannte man das Land die meisten Jahre in einer Riege mit den USA, Kanada und Australien als Nachz&#252;gler, der in den internationalen Klimaverhandlungen bremst. Doch das hatte sich letztes Jahr wirklich ge&#228;ndert. Zuletzt galt Japan mit Norwegen als eines der wenigen L&#228;nder, die &#252;berhaupt ein Reduktionsziel angeboten haben, was den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht: -25% gegen&#252;ber 1990. Doch nun scheint das Scheitern von Kopenhagen seinen Schatten auf die nationale Klimapolitik in Japan zu werfen. <span id="more-4435"></span></p>
<p>Die Regierung hat einen Klimaplan  vorgelegt, der auch ein Emissionshandel beinhaltet. Damit sollte, &#228;hnlich wie in der EU, die energie-intensive Industrie mit Obergrenzen f&#252;r den CO2-Aussto&#223; belegt werden. Doch nun wurde eine Klausel eingebaut, dass Unternehmen ggf. nur relative Ziele auferlegt bekommen k&#246;nnten &#8211; also blo&#223; eine Vorgabe, wie viele Emissionen pro Wertsch&#246;pfungseinheit entstehen d&#252;rfen. Eine absolute Obergrenze w&#252;rde dann nicht mehr gesetzt. Und die Gesamt-Emissionen k&#246;nnten weiterhin anwachsen.</p>
<p>Der japanische Umweltminister  Sakihito Ozawa begr&#252;ndet: &#8220;We wanted climate policy to be compatible with growth, to take out factors that may slow growth, while at the same time control overall carbon dioxide emissions&#8221;. Ein perfektes Vorbild f&#252;r die Schwellenl&#228;nder China et al. nebenan: Klimapolitik darf auf keinen Fall das Wachstum bremsen. Die Wirtschaft hat um jeden Preis Vorfahrt, auch wenn das Klima dadurch ruiniert wird und rein kurzfristige Interessen bedient werden.</p>
<p>Aber die letzte Hoffnung ist noch nicht gestorben. Das japanische Emissionshandelssystem sieht momentan noch beide M&#246;glichkeiten vor, relative oder absolute Ziele. Letztlich t&#228;ten die Japaner einen Teufel daran, relative Ziele einzuf&#252;hren. Denn dann w&#228;re das System v&#246;llig inkompatibel zum EU-Emissionshandel, dem gr&#246;&#223;ten Emissionshandelsmarkt der Welt.</p>
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		<title>&#214;ko-Protektionismus mit zweierlei Ma&#223; ?</title>
		<link>http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/oeko-protektionismus-mit-zweierlei-mass/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 14:35:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tilman Santarius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einiger Zeit geistert es durch die Presse: G&#252;nstige Ware aus Asien setzt die deutsche Solarindustrie unter Druck. Und jetzt hat die schwarz-gelbe Regierung auch noch eine K&#252;rzung der F&#246;rders&#228;tze im EEG angek&#252;ndigt. Steht die deutsche Solarbranche vor dem Aus?
Sogleich flammt die Debatte &#252;ber &#214;ko-Protektionismus wieder auf. Einer der Bef&#252;rworter ist Boris Palmer, gr&#252;ner Oberb&#252;rgermeister [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/Solarzellen-aus-China.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-4412" title="Solarzellen aus China" src="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-content/Solarzellen-aus-China.jpeg" alt="" width="119" height="88" /></a>Seit einiger Zeit geistert es durch die Presse: G&#252;nstige Ware aus Asien setzt die deutsche Solarindustrie unter Druck. Und jetzt hat die schwarz-gelbe Regierung auch noch eine K&#252;rzung der F&#246;rders&#228;tze im EEG angek&#252;ndigt. Steht die deutsche Solarbranche vor dem Aus?</p>
<p>Sogleich flammt die Debatte &#252;ber &#214;ko-Protektionismus wieder auf. Einer der Bef&#252;rworter ist <a href="http://www.boris-palmer.de/">Boris Palmer</a>, gr&#252;ner Oberb&#252;rgermeister von T&#252;bingen, der den Import chinesischer Konkurrenzware beschr&#228;nken will. Palmers Argumente, wie sie im <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,680350,00.html">Spiegel-Online zitiert</a> waren: Die Deutschen h&#228;tten mit Anlaufinvestitionen von bis zu 45 Milliarden Euro die Solarindustrie aufgebaut, nun sollten die deutschen Unternehmen im entscheidenden Moment des Take-off die wirtschaftlichen Vorteile der Fertigung nicht den Chinesen schenken. &#8220;W&#228;hrend Deutschland mit den Geldern der Stromkunden die H&#228;lfte des Weltmarkts f&#252;r Photovoltaik schafft, werden nur f&#252;nf Prozent der Anlagen weltweit in China installiert.&#8221; Chinas Industrie k&#246;nnte also ohne das Deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht existieren, schlussfolgert Palmer. &#8220;Wir k&#246;nnten die Importe aus China morgen auch auf null bringen, wenn wir die Einspeiseverg&#252;tung streichen.&#8221;</p>
<p>Das mag richtig sein. Und Palmers Interesse daran, dass die deutsche Solarindustrie weiterhin gedeiht, teile ich voll und ganz. Doch solche Rufe kommen immer dann schlecht r&#252;ber, wenn sie nur t&#246;nen, sobald es die eigene Industrie trifft. <span id="more-4406"></span>Entwicklungsl&#228;nder in Not finanzieren mit knappen Steuermitteln Nahrungsmittelhilfen f&#252;r ihre Bev&#246;lkerungen, aber es kr&#228;ht hier kein Hahn danach, wenn davon die exportorientierte Agrarindustrie der EU profitiert w&#228;hrend die g&#252;nstigen EU-Exporte in den Ziell&#228;ndern Kleinbauern vom Markt verdr&#228;ngen.</p>
<p>Abgesehen davon stellt sich die Frage, ob die deutschen Verbraucher &#252;ber das EEG tats&#228;chlich in erster Linie die deutsche Solarbranche f&#246;rdern wollen. Oder ob sie durch das EEG nicht viel mehr insgesamt den erneuerbaren Energien zum Durchbruch verhelfen wollen, damit Sonnenstrom mit fossilem Strom konkurrieren kann &#8211; egall, welche &#8220;Nationalit&#228;t&#8221; die Module haben.</p>
<p>Auch l&#228;sst der L&#246;sungsvorschlag von Boris Palmer einige Fragen offen. Seine Idee: China d&#252;rfe nur so viel Prozent am Welthandel der Solarzellen halten, wie es auch am Welltinstallationsmarkt h&#228;lt. Mit anderen Worten: je mehr China inl&#228;ndisch installiert, desto mehr d&#252;rften sie dann auch exportieren. Tats&#228;chlich w&#228;re das ein guter Anreiz, damit China im Inland die Transformation seines Energiesystems noch st&#228;rker voranbringt. Doch hei&#223;t das nicht auch, dass Deutschland als Exportweltmeister demn&#228;chst nur noch so viel Autos, Chemieprodukte, Papier &amp; Pappe, Maschinen usw. exportieren darf, wie es selber im Inland verkauft?</p>
<p>Quelle Foto: www.solarstromerzeugung.de/ solarmodule-china.html mit Creative Commons Lizenz</p>
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		<title>Budgetk&#252;rzung in Sachen Glaubw&#252;rdigkeit im Klimaschutz</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 18:06:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Liane Schalatek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Klimafinanzierung]]></category>

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		<description><![CDATA[In Zeiten von leeren Staatss&#228;ckeln, wachsenden Finanzierungsdefiziten und drohenenden Programmk&#252;rzungen m&#252;ssen oft schmerzhafte Budgetk&#252;rzungen gef&#228;llt werden. Zu schade, dass eines der ersten und vielleicht mit das verheerendste Streichungsopfer des aktuellen Haushaltsentwurfs der schwarz-gelben Bundesregierung die internationale Glaubw&#252;rdigkeit der Merkel-Regierung in Sachen Klimaschutz ist.
Erst vor zehn Wochen in Kopenhagen hatten die selbsternannte Klimakanzlerin Angela Merkel und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Zeiten von leeren Staatss&#228;ckeln, wachsenden Finanzierungsdefiziten und drohenenden Programmk&#252;rzungen m&#252;ssen oft schmerzhafte Budgetk&#252;rzungen gef&#228;llt werden. Zu schade, dass eines der ersten und vielleicht mit das verheerendste Streichungsopfer des aktuellen Haushaltsentwurfs der schwarz-gelben Bundesregierung die internationale Glaubw&#252;rdigkeit der Merkel-Regierung in Sachen Klimaschutz ist.</p>
<p>Erst vor zehn Wochen in Kopenhagen hatten die selbsternannte Klimakanzlerin Angela Merkel und ihre Regierungschefkollegen der G8 desillusionierten Entwicklungsl&#228;ndern, die auf ein umfassendes bindendes Abkommen gehofft hatten, in einer entt&#228;uschenden, rein politischen Abschlusserkl&#228;rung, dem <a href="http://unfccc.int/files/meetings/cop_15/application/pdf/cop15_cph_auv.pdf">Kopenhagen Akkord</a>, als Trostpflaster zumindest rasche finanzielle Soforthilfe von rund US$ 30 Milliarden (rund € 23 Milliarden) zus&#228;tzlich zur Entwicklungshilfe &#252;ber die n&#228;chsten drei Jahre in Aussicht gestellt. Die EU wollte sich daran mit einem € 7,2 Milliarden Paket beteiligen, wovon knapp €1,26 Millarden (oder € 420 Millionen pro Jahr 2010-2012) der raschen Startfinanzierung aus Berlin fliessen sollten.</p>
<p>Dabei ist “zus&#228;tzlich” das Zauberwort, das als Lithmustest f&#252;r die Glaubw&#252;rdigkeit internationaler Klimaschutzzusagen gelten kann, wie auch <a href="http://www.boell.org/web/index-508.html">eine neue Analyse von ODI und hbs zur Klimafinanzierung</a> nach Kopenhagen unterstreicht. Die deutschen Zahlungszusagen, so hieβ es damals von der Bundesregierung, w&#252;rden nicht aus bestehenden Entwicklungshilfst&#246;pfen umgewidmet, sondern best&#252;nden aus neuem Geld, das additional zu bestehenden Entwicklungshilfen gezahlt werden sollte.</p>
<p>Auf das vollmundige medienwirksame Versprechen folgen jetzt kleinlaute und kleinkarierte Taten, die internationalen Klimaschutzversprechungen der Bundesregierung bestehen den Lithmustest nicht. Gerade einmal <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,681989,00.html">€70 Millionen </a>sind im aktuellen Haushalt noch zus&#228;tzlich f&#252;r den internationalen Klimaschutz eingestellt, rund € 350 Millionen werden einfach aus bestehenden Posten umdeklariert. “Kreative Haushaltsplanung” k&#246;nnte man dies wohlwollend nennen, aber auch “Wortbruch”, “Augenwischerei”, “Zynismus” oder “Mogelpaket”. <img src="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p><span id="more-4382"></span> Wenn man Beobachtern der Haushaltsverhandlungen Ende letzter Woche glauben darf, wurde das Schlimmste, n&#228;mlich gar keine neuen Mitteln f&#252;r den internationalen Klimaschutz, im laufenden Etat, gerade noch abgewendet – wohl aber nur vorerst? Denn inzwischen mehren sich die <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Klimaschutz-Klimapolitik;art122,3049420">Anzeichen</a>, dass dem Umweltministerium in Zukunft auch die Gelder aus dem Auktionserl&#246;sen aus dem Emissionshandel wegbrechen k&#246;nnten, mit denen das BMU derzeit die Internationale Klimainivitative (IKI) finanziert. Das bilaterale Klimahilfsprogramm der Deutschen, gerade erst im zweiten Jahr seiner Projektausschreibungen, stand bislang <a href="http://www.climatefundsupdate.org/graphs-statistics/pledged-deposited-disbursed">im internationalen Vergleich bilateraler Klimafonds </a>besonders gut dar: alle versprochenen Zahlungen waren auch get&#228;tigt worden. Damit war die IKI 2009 so etwas wie der Klassenprimus unter den neuen Fonds, denn bei vielen klafft die Schere zwischen Finanzzusage und tats&#228;chlicher Mittelbereitstellung grotesk weit auseinander. Damit ist allerdings Schluss, falls in Zukunft tats&#228;chlich das Finanzministerium alle Emissionshandelserl&#246;se kassiert.</p>
<p>Leider ist Deutschland auch nicht das einzige G8-Land,und in Zeiten andauernder Weltwirtschaftsschw&#228;che wohl auch nicht das letzte, daβ es mit seinen Finanzversprechen in Sachen internationaler Klimaschutz nicht ganz so genau nimmt. Auch die Soforthilfe-Gelder , die London in Kopenhagen zugesagt hat, immerhin £1,5 Milliarden &#252;ber drei Jahre, sind <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/2010/jan/25/climate-aid-uk-funding">keine neuen Finanzhilfen</a>, sondern waren bereits im laufenden Entwicklungshilfebudget der Briten eingeplant. Zunehmend zynisch bef&#252;rchten KlimafinanzexpertInnen bereits, daβ zumindest in diesem Jahr die in Kopenhagen versprochene Klimahilfe von US$10 Milliarden, wenn &#252;berhaupt, nur aus existierenden Hilfsprogrammen und nicht zus&#228;tzlichen Finanzt&#246;pfen zusammenkommt.</p>
<p>Kein Wunder, dass die internationalen Klimaverhandlungen an einer massiven Vertrauenskrise leiden, die ihre Handlungsf&#228;higkeit l&#228;hmt: warum sollen die Entwicklungsl&#228;nder, die in Kopenhagen von den Verschmutzerl&#228;ndern vollmundig dazu aufgefordert wurden, aktiv zur globalen Emissionsreduzierung zum Wohle aller beizutragen, Selbstverpflichtungen eingehen, wenn die Industriel&#228;nder ihre eigenen Zusagen nicht halten? Und welche Zusage k&#246;nnte fundamentaler sein als die, den &#228;rmsten Entwicklungsl&#228;ndern, die selbst kaum zum Klimawandel beigetragen haben, aber bereits massiv unter dessen Folgen leiden, rasch und unb&#252;rokratisch zus&#228;tzliche Finanzmittel f&#252;r den Klimaschutz zur Verf&#252;gung zu stellen?</p>
<p>Im laufenden Haushaltsentwurf mag die Bundesregierung vielleicht €350 Millionen an Steuergeldern eingespart haben, international hat sie – nach einem schwachen Auftreten in Kopenhagen – noch weiter an Glaubw&#252;rdigkeit als Vorreiter im internationalen Klimaschutz verloren. Und dies ist eine Kostenstelle in der internationalen Politik, die nicht in Euro und Cent bewertet werden kann.</p>
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