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Es ist nicht zu leugnen: Trotz Kopenhagen-Desaster und Verhandlungsmüdigkeit hat die große ökologische Wende längst begonnen. Sichtbar wird sie an ganz unterschiedlichen Stellen, z.B. auch an neuen Geschäftsmodellen, die aus der Klimakrise erwachsen. Zwei ganz unterschiedliche Beispiele:
Ganz legal: In Großbritannien hat der Konzern Tesco seinen ersten “zero carbon”-Supermarkteröffnet und will bis 2050 ein CO2-neutrales Unternehmen werden. Die Filiale in Ramsey, Cambridgeshire, ist ganz aus Holz gebaut, wird mit Sonnenlicht erleuchtet, mit Bioenergie beheizt, und die Toilettenspülung funktioniert mit Regenwasser. Zusätzlich hat das Unternehmen Emissionen durch Investitionen in saubere Technologien “kompensiert”.
Unabhängig von der Frage, ob man überhaupt von CO2-Neutralität sprechen sollte, und abgesehen von den ganzen Problemen, die mit dem Konzept der Kompensation von Treibhausgasemissionen einhergehen, ist doch eindeutig, dass es hier um einen Lebensstilwandel geht, der als schicker Lifestyle getarnt auch neue Märkte öffnen soll. Sind wir alle statt Lohas nun Lolcs (“Lifestyle of low carbon and sustainability”)?
Illegal: Anfang Februar wurden im Rahmen einer sog. Phishing-Attacke Emissionszertifikate im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen und im Ausland weiterverkauft. Beitrag weiterlesen »
Was kann ich aus der Ferne für einen Erfolg des Klimagipfels in Kopenhagen tun, frage ich mich, während ich mich mit meinen zwei kleinen Kindern durch das vorweihnachtliche Chaos im Biosupermarkt dränge.
Und da sehe ich sie, die Lösung. Sie sitzt direkt vor mir im Kühlregal: Superwurst!
Also, wenn es die Staats- und Regierungschefs in den nächsten Tagen nicht schaffen sollten, dann sagt Bescheid. Wir schneiden die Wurst sicherheitshalber nicht vor dem Wochenende an, man weiß ja nie…
Die angekündigte CO2-Neutralität Schwedens existiert derzeit nur auf dem Papier. Doch kleine Schritte gehen in die richtige Richtung. Von nun an werden viele Nahrungmittel in Schweden gemäß ihrer Klimafreundlichkeit gekennzeichnet. Dadurch können die Konsument_innen sehen, wie viel Kohlenstoffdioxid bei der Produktion der von ihnen gekauften Lebensmittel verursacht wird. Beitrag weiterlesen »
“An economic crisis is a period when you should step back and think: is this a moment to make some fundamental changes?”,
so Gerard Kleistelee, Vorstand von Philips, in einem Artikel der Financial Times. Als fundamentalen Wandel bezeichnet er, dass das Unternehmen seine Zulieferer zunehmend in der – global gesehen – näheren Umgebung sucht. Philips und andere Unternehmen beginnen ihre Zulieferketten umzustellen, weil die Energiepreise in naher Zukunft deutlich steigen werden und staatliche Regulierungsmaßnahmen gegen den Klimawandel die Produktionsbedingungen weltweit verändern könnten. Es lohnt sich dann nicht mehr, die Bauteile aus allen Winkeln der Erde herbeizuholen.
Als ich heute morgen mein Frühstücksei köpfte, dachte ich mir noch nichts Schlimmes. Eine halbe Stunde später beim Zeitungslesen packte mich dann mein ökologisches Gewissen: Hatte ich da gerade eine ganze Badwanne voll Wasser genüßlich verspeist – gewissermaßen?
Die Bilanz-Rechnung des WWF hört jedoch nicht beim Frühstücksei auf:
…wird die Freiheit wohl grenzenlos sein. Aber nur für die, die sichs leisten können. Beim Flugverkehr wird so richtig deutlich, was Klimagerechtigkeit bedeutet. Forscher von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften haben einen Tag des Luftverkehrs in der Welt auf eine Minute zusammengerafft, und tausende kleiner gelber Punkte - einer für jedes Verkehrsflugzeug - zeigen, wie wahnsinnig ungleich die Nutzung der Atmosphäre über den Globus verteilt ist: Nordamerika, Europa, Japan/Asien sind sowohl intern wie auch untereinander aufs beste miteinander vernetzt, der Rest der Welt schaut ins Ofenrohr. Schätzungen gehen sogar davon aus, dass bisher nur 1 bis 5 Prozent der Weltbevölkerung überhaupt je ein Flugzeug bestiegen haben. Die Rechnung der Vielflieger, die bezahlen freilich andere.
Während ich auf die Geburt meiner zweiten Tochter warte, frage ich mich plötzlich, wieviel klimaschädliches Methangas eigentlich in Babywindeln steckt. Mit ein wenig Abstand zur internationalen Klimapolitik werden auf einmal Fragen des alltäglichen Lebensstils viel greifbarer. Ich beschließe, eine kurze Internetrecherche zum Thema “Babys und Klimawandel” durchzuführen und stoße hauptsächlich auf zwei Themen:
1. “Wegen Klimawandel sterben Robben-Babys in der Ostsee” (siehe z.B. bild.de) bzw. “Baby-Pinguine erfrieren wegen Klimawandel in der Antarktis” (ebenfalls bild.de) – Ja, sie erfrieren tatsächlich, weil es nicht mehr schneit, sondern regnet, ihr Gefieder aber nur vor Schnee schützt: “Pinguine, die über die Skelette ihrer Babys laufen, sind wohl der mächtigste Beweis für den Klimawandel.”
2. “Windel-Willi” – die erste Verbrennungsanlage, in der aus gebrauchten Windeln Energie gewonnen wird. Durch die Beigabe von Holzschnitzeln wird dafür gesorgt, dass die feuchten Windeln das Feuer nicht ersticken. Beitrag weiterlesen »