Veröffentlicht am 01.03.2010 von Arne Jungjohann

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Viele bezweifeln, dass der Kongress noch in diesem Jahr ein Klimagesetz verabschiedet. Die Wirtschaftslage ist mies, die Demokraten sind angesichts schlechter Umfragewerte nervös und die Republikaner auf Krawall gebürstet. Die Zeit wird knapp. Doch hinter den Kulissen wird weiter um einen überparteilichen Kompromiss gerungen. Senator John Kerry hat am Freitag angekuendigt, dass entgegen der gängigen Meinung ein umfassender Gesetzentwurf in Kürze vorliegt.
Rund um Capitol Hill wird heiß darüber spekuliert, wie ein solcher Kompromiss aussieht. Fest steht nur, dass ein umfassendes Klimagesetz, wie es vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, vom Tisch ist. Die Karten werden neu gemsicht. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 16.02.2010 von Arne Jungjohann

creative commons license
Wenn man der Washingtoner Gerüchteküche trauen darf, gewinnt eine neue Idee rapide an Akzeptanz in der US Klimadebatte. Ein New Kid on the Block nennt man das hier. Cap and dividend lautet das Motto. Emissionsrechte sollen an Unternehmen versteigert werden, die Erlöse als Energiegeld an die Bevölkerung ausgezahlt werden, um höhere Energiepreise aufzufangen.
Maria Cantwell (eine Demokratin aus dem Bundesstaat Washington) und Susan Collins (eine Republikanerin aus Maine) haben einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Senat eingebracht. Die beiden Senatorinnen haben ausgerechnet, dass in ihrem Modell 80% aller Amerikaner unterm Strich mehr in der Tasche hätten. Eine vierköpfige Familie soll jährlich rund 1000$ an Energiegeld erhalten. Ein besonders schmackhaftes Detail ist aus meiner Sicht der Passus des Gesetzes, internationale offsets komplett auszuschließen.
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Veröffentlicht am 09.02.2010 von Lili Fuhr
*Lifestyle of low carbon and sustainability
Es ist nicht zu leugnen: Trotz Kopenhagen-Desaster und Verhandlungsmüdigkeit hat die große ökologische Wende längst begonnen. Sichtbar wird sie an ganz unterschiedlichen Stellen, z.B. auch an neuen Geschäftsmodellen, die aus der Klimakrise erwachsen. Zwei ganz unterschiedliche Beispiele:
Ganz legal: In Großbritannien hat der Konzern Tesco seinen ersten “zero carbon”-Supermarkt eröffnet und will bis 2050 ein CO2-neutrales Unternehmen werden. Die Filiale in Ramsey, Cambridgeshire, ist ganz aus Holz gebaut, wird mit Sonnenlicht erleuchtet, mit Bioenergie beheizt, und die Toilettenspülung funktioniert mit Regenwasser. Zusätzlich hat das Unternehmen Emissionen durch Investitionen in saubere Technologien “kompensiert”.
Unabhängig von der Frage, ob man überhaupt von CO2-Neutralität sprechen sollte, und abgesehen von den ganzen Problemen, die mit dem Konzept der Kompensation von Treibhausgasemissionen einhergehen, ist doch eindeutig, dass es hier um einen Lebensstilwandel geht, der als schicker Lifestyle getarnt auch neue Märkte öffnen soll. Sind wir alle statt Lohas nun Lolcs (“Lifestyle of low carbon and sustainability”)?
Illegal: Anfang Februar wurden im Rahmen einer sog. Phishing-Attacke Emissionszertifikate im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen und im Ausland weiterverkauft. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 10.10.2009 von Tilman Santarius

China, das “Reich der Mitte”, war die längste Zeit bekannt für seine zurückhaltende Diplomatie. Selten einmal, dass China auf dem internationalen Parkett Schlagzeilen machte, wie etwa durch ein unerwünschtes Veto im Sicherheitsrat. So war es die längste Zeit auch in der Klimapolitik. Bei der Verhandlungsgruppe “G77 + China”, in dessen Namen das Land schließlich eigens Erwähnung findet, habe ich mich als Beobachter oft gefragt: wo ist eigentlich China?
Das hat sich grundlegend geändert. China ist vom stillen Diplomaten zum offenen Provokateur geworden. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 14.08.2009 von Lili Fuhr
“Ist es an der Zeit, sich um Kopenhagen Sorgen zu machen?”, fragt doch tatsächlich James Murray von BusinessGreen.com im Guardian vom 12.8.09. Ehrlich gesagt: Da bleibt mir doch fast die Spucke weg. Wer die Klimaverhandlungen seit dem Bali-Gipfel 2007 verfolgt hat, macht sich schon lange keine Sorgen mehr. Ich finde, das Gefühl ist eher mit schleichender Panik zu beschreiben.
Neuste Schockmeldung ist das Scheitern der Klimagesetzgebung im australischen Parlament. Die taz verbucht das als “Sieg der Klimaskeptiker“. Abgelehnt wurde die Vorlage sowohl von den Grünen (zu geringe Reduktionsziele) als auch den Konservativen, die engstens mit der Kohlelobby liiert sind. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 31.03.2009 von Lili Fuhr
Kurz vor dem G20 Gipfel in London am 2. April hat das PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) eine Studie präsentiert, die vom deutschen Außenministerium in Auftrag gegeben worden war. Formuliert werden konkrete Empfehlungen an die G20, wie sie die global aufgelegten Konjunkturpakete auch im Sinne einer CO2-armen Entwicklung gestalten könnten.
Dass dies notwendig ist und wie wenig grün die bisherigen Stimulus Packages global sind, zeigt eine aktuelle Studie von E3G. Hier zeigt der Autor, Nick Mabey, beunruhigende Fakten: Direkte Ausgaben für Energieeffizienz, Co2-arme Energien und Transport sowie Forschung und Entwicklung neuer Technologien betragen global nur etwa 8 % der veranschlagten Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 11.03.2009 von Lili Fuhr
Gestern haben nun auch die europäischen Wirtschafts- und Finanzminister (ECOFIN) ihre Position zum Vorschlag einer Kopenhagen-Strategie abgegeben. Dabei ging es für sie hauptsächlich um das Thema Klimafinanzierung. Das Ergebnis ist, wie zu erwarten war, schwach. Jegliche konkreten Zusagen an die Entwicklungsländer fehlen. Stattdessen werden Forderungen an diese aufgestellt. Hier einige der Kernpunkte:
1. Der Bedarf nach internationaler Klimaschutzfinanzierung soll dadurch gesenkt werden, dass alle großen Emittenten sog. “negative cost abatement options” implementieren.
Gemeint sind damit Maßnahmen, die sich aufgrund zu erwartender finanzieller Zugewinne für die Länder lohnen und folglich auch ohne externe Finanzierung geleistet werden könnten. Nicht bedacht sind hierbei jedoch Fragen von institutionellen Kapazitäten und möglichen Hindernissen, die in den Strukturen nationaler Politik liegen und die es den Staaten evtl. nicht möglich machen, die Anschubfinanzierung dieser lohnenswerten Investitionen selbst zu erbringen. Das ist auch mit Blick auf die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Wirtschaften der Entwicklungsländer eine zentrale Frage!
2. Alle Staaten außer den Ärmsten (Least Developed Countries, LDCs) und den kleinen Inselstaaten (Small Island Developing States, SIDS) sollen sich auf messbare, verifizierbare und berichtbare (“MRV”) Klimaschutzmaßnahmen verpflichten. Der Umfang der Maßnahmen soll abhängen vom jeweiligen Emissionsreduktionspotential und dem Entwicklungsstand des jeweiligen Landes. Beitrag weiterlesen »
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