Bundesregierung unterstützt Desertec Investitionen

Veröffentlicht am 12.03.2010 von Tilman Santarius

Das Projekt Desertec, welches mit sage und schreibe 400 Mrd. EURO Solarkraftwerke in den Anrainerstaaten des Mittelmeers aufbauen will, kann ein sinnvolles Unterfangen werden (älterer Blog dazu hier). Denn alle Szenarien, die eine Vollversorgung der EU mit Erneuerbaren Energien vorsehen, werden bei der Frage unsicher, ob dies wirklich alleine durch erneuerbare Energieproduktion innerhalb der EU gelingen kann. Zudem liegt ein großes Potential darin, durch Investitionen von hiesigen Unternehmen den Mittelmeer-Anrainerstaaten beim Einstig in die nach-fossile Entwicklung zu helfen und ihre Ökonomien zu diversifizieren.

Jetzt hat sich die Bundesregierung offenbar entschlossen, das Vorhaben mit Außenwirtschaftshilfen fördern zu wollen. Auch das ist sinnwoll. Wenn hierzulande Investitionen in Erneuerbare mittels EEG und anderen Instrumenten gefördert werden, warum dann nicht auch die Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern ebenso? Der springende Punkt allerdings:  stellt die Außenwirtschaftsförderung denn wirklich sicher, dass auch die Zielländer mehr als nur exportierten Strom davon haben werden? Beitrag weiterlesen »

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Japan knickt ein

Veröffentlicht am 12.03.2010 von Tilman Santarius

Schade. Japan hatte im letzten Jahr eine so gute Entwicklung durchgemacht in der Klimapolitik. Eigentlich kannte man das Land die meisten Jahre in einer Riege mit den USA, Kanada und Australien als Nachzügler, der in den internationalen Klimaverhandlungen bremst. Doch das hatte sich letztes Jahr wirklich geändert. Zuletzt galt Japan mit Norwegen als eines der wenigen Länder, die überhaupt ein Reduktionsziel angeboten haben, was den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht: -25% gegenüber 1990. Doch nun scheint das Scheitern von Kopenhagen seinen Schatten auf die nationale Klimapolitik in Japan zu werfen.  Beitrag weiterlesen »

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Öko-Protektionismus mit zweierlei Maß ?

Veröffentlicht am 10.03.2010 von Tilman Santarius

Seit einiger Zeit geistert es durch die Presse: Günstige Ware aus Asien setzt die deutsche Solarindustrie unter Druck. Und jetzt hat die schwarz-gelbe Regierung auch noch eine Kürzung der Fördersätze im EEG angekündigt. Steht die deutsche Solarbranche vor dem Aus?

Sogleich flammt die Debatte über Öko-Protektionismus wieder auf. Einer der Befürworter ist Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister von Tübingen, der den Import chinesischer Konkurrenzware beschränken will. Palmers Argumente, wie sie im Spiegel-Online zitiert waren: Die Deutschen hätten mit Anlaufinvestitionen von bis zu 45 Milliarden Euro die Solarindustrie aufgebaut, nun sollten die deutschen Unternehmen im entscheidenden Moment des Take-off die wirtschaftlichen Vorteile der Fertigung nicht den Chinesen schenken. “Während Deutschland mit den Geldern der Stromkunden die Hälfte des Weltmarkts für Photovoltaik schafft, werden nur fünf Prozent der Anlagen weltweit in China installiert.” Chinas Industrie könnte also ohne das Deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht existieren, schlussfolgert Palmer. “Wir könnten die Importe aus China morgen auch auf null bringen, wenn wir die Einspeisevergütung streichen.”

Das mag richtig sein. Und Palmers Interesse daran, dass die deutsche Solarindustrie weiterhin gedeiht, teile ich voll und ganz. Doch solche Rufe kommen immer dann schlecht rüber, wenn sie nur tönen, sobald es die eigene Industrie trifft. Beitrag weiterlesen »

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Wetter versus Klima

Veröffentlicht am 01.03.2010 von Tilman Santarius

Letzte Woche habe ich mal wieder einen Vortrag über Klimapolitik in einer Schule gehalten,  6. klasse. Einstieg: was ist der Unterscheid zwischen Wetter und Klima… :-)

Der ist dieses Jahr ja mal so richtig greifbar. Der Januar war im weltweiten Temperatur-Durchschnitt der viertwärmste, seitdem Messungen erhoben werden. Demnach lag die globale Durchschnittstemperatur im Januar 2010 um 0,6 Grad über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 12,0 Grad. Er war damit der viertwärmste Januar der letzten 131 Jahre. Indessen war er für uns in Deutschland extrem kalt, und der Schneereichtum hat den Eindruck erweckt, dass der Klimawandel noch in weiter Ferne sei. Greifswald knackte mit einer Schneehöhe von 63 Zentimetern den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 1979, der bei 58 Zentimetern lag. Oder etwa ist der Klimawandel schon besonders nah – denn noch viel schattiger wird’s im Ländle, wenn eines Tages des Golfstrom abreißt?

Quelle Abbildung: NASA GISS Map Online Service

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Der Kopenhagen Akkord im Test

Veröffentlicht am 02.02.2010 von Tilman Santarius

Die Abschlusserklärung vom Klimagipfel in Kopenhagen, der so genannte Kopenhagen Akkord, hat der Welt drei konkrete Zahlen beschert: die globale Erwärmung soll auf 2 Grad beschränkt werden; für die Jahre 2010 bis 2012 werden 30 Mrd. US-Dollar “Quick-Start-Finanzierung” bereit gestellt; bis 2020 sollen 100 Mrd. US-Dollar Finanzen für Klimaschutz und Anpassung in den Entwicklungsländern aufgebracht werden.  Weiters hatte der Akkord vorgesehen, dass alle Länder bis 31. Janur 2010 eine Selbstverpflichtungserklärung für ihr nationales Emissionsreduktionsziel beim UNFCCC Sekretariat einreichen sollten.

Diese Deadline wurde zugleich als Test betrachtet. Denn der Kopenhagen Akkord wurde ja nicht einstimmig angenommen; es ist daher unklar, ob er von der Staatengemeinschaft überhaupt als Arbeitsgrundlage für die weiteren Verhandlungen behandelt wird. Hat der Kopenhagen Akkord den Test bestanden? Wenn ja, dann höchstens mit schlechter Note, ließe sich zusammenfassen. Beitrag weiterlesen »

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Verbraucherzentralen gegen klima-schädliche Werbung

Veröffentlicht am 27.01.2010 von Tilman Santarius

Die Energieeffizienz steigt stetig, der Ausbau der Erneuerbaren geht weltweit voran. Und doch steigen die CO2-Emissionen weiter an, auch in den Industrieländern. Der wesentliche Grund? Die so genannten “rebound Effekte”: was wir hier einsparen, stecken wir dort wieder in neuen Konsum und neue Investitionen. Eine der Treibkräfte hinter dem Klimawandel ist also unser Wachstumsdurst, unser stetiges Bedürfnis nach mehr. Und was ist wiederum eine der wichtigen Triebkräfte dahinter? Ja genau, die Werbung natürlich. Marketing macht Konsum.

Daher ist es extrem erfreulich, dass die Debatte über gute und schlechte, sinnvolle und schädliche Werbung wieder mehr ins Blickfeld rückt. Viele Hersteller bewerben ihre Produkte mit Schlagworten wie “klimaneutral”, “extra klimaschonend” oder ” gut für die Umwelt”.  Aber ist das immer ehrlich? Die Verbraucherzentralen gehen in ihrem groß angelegten, mehrjährigen Klimaschutz-Projekt der Sache nach. Und wollen Aktionen ergreifen, den Markt transparenter zu gestalten und Regeln für “grüne Werbung” zu entwickeln. Jeder kann mitmachen und Werbung hier melden.

Ich würde ja sogar weiter gehen: könnten nicht auch Standards entwickelt werden, um gewisse Werbung zu verbieten? Warum dürfen Sports-Utility-Vehicles beworben werden, Zigaretten und Alcopops aber nicht? Die Atmosphäre ist ja schon ganz betrunken vom vielen CO2… Greenpeace hat immerhin letztes Jahr eindringlich darauf hingewiesen, siehe hier.

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Kopenhagen im Rückblick

Veröffentlicht am 27.01.2010 von Tilman Santarius

Marian Bichler, die für unseren Blog etliche Videos vor Ort in Kopenhagen gedreht hatte, legt nun eine Zusammenschau vor: der größte Erdgipfel aller Zeiten, von den Demonstrationen bis zu den Blicken hinter die Kulissen, in zehn Minuten Film:

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