Showdown in Abuja

Veröffentlicht am 24.02.2010 von Lili Fuhr

Aktuell findet in Abuja, Nigeria, die größte Messe Westafrikas für Erdöl und Gas statt. Ausgerichtet wird das Mega-Event von der Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) und dem nigerianischen Energieministerium. Hier disktuiert man über die Lage auf den internationalen Ölmärkten, die Zukunftsaussichten für den westafrikanischen Ölsektor und spielt nebenbei ein bisschen Golf.

Das Thema Klimawandel steht nicht auf dem Programm – aber das war auch nicht wirklich zu erwarten, wenn sich der Ölsektor trifft, um sich selbst zu feiern. Spannend war aber wohl ein regelrechter Showdown zwischen dem frisch gekürten nigerianischen Präsidenten Jonathan Goodluck und den Ölgiganten, allen voran Shell.

Der Streit entzündet sich an dem sog. Petroleum Industry Bill (PIB), einem Gesetztesentwurf, an dem seit Jahren mit dem Ziel gearbeitet wird, die jahrzehntealten Beziehungen zwischen dem nigerianischen Staat und den internationalen Ölkonzernen neu zu definieren. Beitrag weiterlesen »

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Argumentationshilfe gegen die IPCC-Kritik – ein Lesetipp

Veröffentlicht am 18.02.2010 von Lili Fuhr

Nicht zum ersten Mal steht der Weltklimarat IPCC aufgrund falsch verwendeter Zahlen in der Kritik. Aber noch nie zuvor war die Kritik so heftig und wurde mit derart präziser und  effektiver Medienwirksamkeit betrieben. Das legt den Schluss nahe, dass hier mächtige Drahtzieher im Hintergrund stehen, denen eine Delegetimisierung des IPCC gelegen kommt.

Der englischsprachige Blog RealClimate, in dem Klimawissenschaftler wie Stefan Rahmsdorf und David Archer schreiben, bietet eine umfassende Argumentationshilfe für alle, die der Kritik etwas Substanzielles entgegensetzen wollen. Der Beitrag vom 14. Februar hat bereits jetzt an die 500 Kommentare.

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Sind wir nun alle Lolcs*?

Veröffentlicht am 09.02.2010 von Lili Fuhr
*Lifestyle of low carbon and sustainability

Es ist nicht zu leugnen: Trotz Kopenhagen-Desaster und Verhandlungsmüdigkeit hat die große ökologische Wende längst begonnen. Sichtbar wird sie an ganz unterschiedlichen Stellen, z.B. auch an neuen Geschäftsmodellen, die aus der Klimakrise erwachsen. Zwei ganz unterschiedliche Beispiele:

Ganz legal: In Großbritannien hat der Konzern Tesco seinen ersten “zero carbon”-Supermarkt eröffnet und will bis 2050 ein CO2-neutrales Unternehmen werden. Die Filiale in Ramsey, Cambridgeshire, ist ganz aus Holz gebaut, wird mit Sonnenlicht erleuchtet, mit Bioenergie beheizt, und die Toilettenspülung funktioniert mit Regenwasser. Zusätzlich hat das Unternehmen Emissionen durch Investitionen in saubere Technologien “kompensiert”.

Unabhängig von der Frage, ob man überhaupt von CO2-Neutralität sprechen sollte, und abgesehen von den ganzen Problemen, die mit dem Konzept der Kompensation von Treibhausgasemissionen einhergehen, ist doch eindeutig, dass es hier um einen Lebensstilwandel geht, der als schicker Lifestyle getarnt auch neue Märkte öffnen soll. Sind wir alle statt Lohas nun Lolcs (“Lifestyle of low carbon and sustainability”)?

Illegal: Anfang Februar wurden im Rahmen einer sog. Phishing-Attacke Emissionszertifikate im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen und im Ausland weiterverkauft. Beitrag weiterlesen »

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Deadline 31. Januar

Veröffentlicht am 26.01.2010 von Lili Fuhr

Bis Ende dieser Woche haben die Regierungen der Industrieländer Zeit, ihre Emissionsreduktionsziele für 2020 an das UNFCCC-Sekretariat zu melden – dazu haben sie sich im sog. Copenhagen Accord verpflichtet.  Wirkliche Überraschungen sind allerdings nicht zu erwarten. Auch die EU hat den Vorstoß einiger Länder (GB, F) abgeblockt, das Ziel von 20 auf 30 % bis 2020 unabhängig von den Zielen anderer aufzustocken.

Am Sonntag haben sich nun in Delhi die Umweltminister aus Brasilien, Südafrika, China und Indien (die sog. ‘BASIC’ Gruppe) getroffen, um sich im UNFCCC Kontext für das Jahr 2010 abzustimmen. Dabei haben sie unter anderem angekündigt, ihre freiwilligen Klimaschutzziele ebenfalls bis zum 31. Januar öffentlich bekannt zu geben.

Dafür verlangen sie von den Industrieländer aber auch, dass sie den ersten Teil der im Copenhagen Accord angekündigten Finanzierungshilfe (100 Milliarden US Dollar pro Jahr bis 2020)  in 2010 zügig zur Verfügung stellen.

Ein Cartoon aus dem Economist (gefunden im Oxfam Blog) bringt es gut auf den Punkt, was passiert, wenn wir am 31. Januar wieder keinen Schritt weiter kommen… siehe hier.

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Das Große Fressen – Agrarministergipfel auf Klimakurs?

Veröffentlicht am 18.01.2010 von Lili Fuhr

Fast 50 Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt hat Bundesagrarministerin Ilse Aigner am Samstag anlässlich der Grünen Woche zum Internationalen Agrarministergipfel nach Berlin eingeladen. In ihrem Pressestatement zum Abschluss Gipfel tönt Frau Aigner großspurig:

Wir Agrarminister wollen dort weitergehen, wo die Staatengemeinschaft in Kopenhagen vorerst Stopp gemacht hat – beim Einstieg in konkrete Arbeitsaufträge für einen wichtigen Sektor.

Allerdings gibt es in der Abschlusserklärung mindestens zwei fundamentale Denkfehler. So heißt es dort:

Landwirtschaftliche Produktion führt unvermeidlich zu Treibhausgasemissionen. Zunehmende Agrarproduktion wird also zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen, vor allem aus der tierischen Produktion, führen.

Das stimmt so nicht. Beitrag weiterlesen »

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Keine guten Nachrichten aus Ecuador

Veröffentlicht am 14.01.2010 von Lili Fuhr

Das Erdölland Ecuador gilt unter seinem Präsidenten Correa als Vorzeigelang im Klimaschutz, weil es einen Vorschlag unterbreitet hat, der eine Kehrtwende vom fossilen Zeitalter einleiten könnte, sollte er Schule machen: Das unter dem Nationalpark Yasuní lagernde Erdöl soll nicht gefördert werden, wenn die internationale Gemeinschaft dem Land dafür Teile der zu erwartenden Einnahmen aus dem Ölgeschäft im Rahmen eines Treuhandfonds ersetzt. Das nutzt dem Klima, dem Artenschutz und den dort lebenden Indigenen.

Siehe auch folgende Blogeinträge hierzu:

In den letzten zwei Jahren hat das Projekt auch einige prominente Unterstützer und Finanzierer gewonnen – darunter die deutsche Bundesregierung. Doch jetzt scheinen sich doch die Erdölinteressen durchzusetzen und Correa macht einen Rückzieher – das ist ein Skandal und eine große Enttäuschung. Beitrag weiterlesen »

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Die Wütende Meerjungfrau bei Monsanto

Veröffentlicht am 12.01.2010 von Lili Fuhr

Anlässlich der Klimafonferenz in Kopenhagen wurde der von Attac, Friends of the Earth, Oil Change International, Focus on the Global South und anderen ausgerichtete  “Wütende-Meerjungfrauen-Preis” an das Unternehmen vergeben, das die größten Anstrengungen erbracht hat, um die Klimagespräche zu sabotieren. Gewonnen hat nach internationaler Abstimmung Monsanto. In diesem kleinen Video kann man sehen, wie Monsanto in Washington auf die Übergabe des Preises am 19. Dezember reagiert hat…

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