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Viel ist seit Sonntag über die EP Wahlen geschrieben und analysiert worden. Doch eines scheint vielen entgangen zu sein:
Bei den parallel stattfindenden Kommunalwahlen kam es in Rheinland-Pfalz zu erstaunlichen Ergebnissen, die nur als “Volksabstimmung gegen Kohle” interpretiert werden können. In Mainz, wo ein geplantes Kohlekraftwerk auf massiven lokalen Widerstand stößt, stürzte die kohlefreundliche SPD auf 24% ab. Die Grünen gewannen mit einer klaren Anti-Kohle-Position deutlich hinzu und wurden zweitstärkste Partei.
Das ist nun ziemlich “technisch” und für den Laien kaum zu durchdringen. Ich kann aus Zeitmangel kurzfristig keine Interpretation leisten und muss es hier beim Hinweis belassen. Wer sich selbst dranwagen will, sollte ggf. die Hintergrundpapiere von Germanwatch vorab dazu lesen.
Damit ist nun das Endspiel um ein Kopenhagen-Abkommen eröffnet. Die Verhandlungstexte zeigen aber auch, wie weit die Positionen noch auseinanderliegen. Es muss ein Langstrecken-Spurt werden, damit Kopenhagen ein gutes Ergebniss liefert. Ab dem 1. Juni beginnt in Bonn die nächste Verhandlungsrunde.
Auf Climate Progress ist nun ein Artikel erschienen, den ich der breiten Lektüre empfehlen möchte. Unter dem Titel “The Age of (small) Tradeoffs” analysiert der Artikel einige der Zielkonflikte, die mit einer Energie- und Klimawende einhergehen.
Diese Zielkonflikte werden von der Umweltbewegung gerne verschwiegen. Und doch sind sie real. Zuerst tauchten Sie rund um Windparks auf, von denen sich “Landschaftsschützer” und Vogelfreunde bedroht fühlten. (“Landschaftsschützer” steht in Anführungszeichen, weil ungebremster Klimawandel unsere Landschaften in nie gekanntem Ausmaß verändern wird).
Die Konflikte um Windparks konnten in Deutschland glücklicherweise noch moderiert werden, nicht zuletzt dank des konstruktiven Engagements der Umweltverbände. Massiver brachen Zielkonflikte zwischen Welternährung, Energiesicherheit und Klimaschutz im Bereich der Biotreibstoffe und Bioenergien auf.
Und dies war nur ein Anfang. Weitere Konflikte werden folgen, sei es um die so freundlich erscheinende Photovoltaik, die seltene Mineralien braucht, um die Energieeffizienz die mit Denkmalschutz zuweilen kollidiert. Und so weiter und so fort.
Sollen diese Zielkonflikte uns irre machen? Sollen wir deswegen die Bemühungen um eine Energiewende einstellen? Sollen wir auf der anderen Seite alles akzeptieren, was mit der Begründung Klimaschutz vorangetrieben wird? Beitrag weiterlesen »
Der Minister für Energie und Klimaschutz (ja, das gibt es im UK!) Ed Miliband erklärte in einer Presseerklärung:
* No new coal without CCS demonstration from day one. Alongside the Government’s ongoing competition to build a post-combustion demonstrator, up to three further projects including pre-combustion technology, will be funded by a new levy mechanism.
* Full scale retrofit of CCS within five years of the technology being independently judged as technically and commercially proven. We envisage an important role for the Environment Agency in making an independent judgement of when the standard is met. Beitrag weiterlesen »
Die grüne Masche im Marketing treibt immer neue Blüten. Dank Abwrackprämie nun sogar mit quasi amtlichem Segen.
Neulich bin ich bei einem Autohändler vorbeigekommen, der seine Benzinschleudern wie folgt bewirbt:
Umweltfreundliche Autos. Natürlich von Koch. Aus Liebe zur Natur.
Ob der die Natur gefragt hat, ob sie SO geliebt werden will? Man kann jemanden auch zu Tode lieben…
Eben hatte ich ja noch vom Velotraum Paris gebloggt. Den Traum einer fahrradfreundlichen Stadt hat sich der Architekt Chris Hardwicke noch ein wenig genauer ausgemalt. Kern seiner Vision ist ein Netz von Fahrradrouten, die als transparent überdachte Röhren die ganze Stadt durchziehen. Beitrag weiterlesen »
Stefan Singer ist Direktor für Globale Energiepolitik beim WWF International. Seit vielen Jahren beobachtet er in Brüssel die europäische Klima- und Energiepolitik. In einem Interview hat er nun die europäische Klimapolitik einer scharfen Kritik unterzogen.
Die 20% Reduktion gegenüber 1990 die die EU bisher beschlossen hat seien in Wirklichkeit nur 4-5% heimische Reduktionen. Ein großer Teil ist bisher bereits erbracht als Teil der Emissionsminderung im Zuge der Umstrukturierung Osteuropas. Und der Rest soll weitgehend unter Nutzung des internationalen Emissionshandels (CDM) zustandekommen, so dass nur geringe Anstrengungen in Europa selbst stattfinden.