Veröffentlicht am 17.03.2010 von Arne Jungjohann
Seit Wochen treten die Protagonisten für ein US-Klimagesetz auf der Stelle, fehlt doch weiterhin die Unterstützung von moderaten und konservativen Senatoren, ohne die eine 60-Stimmen-Mehrheit unerreichbar bleibt. Wegen der vollen Agenda im Senat und den Wahlen im November werden der Verabschiedung eines umfassenden Klimagesetzes (inkl. Emissionshandel) inzwischen nur noch Außenseiterchancen eingeräumt. Senator Lindsey Graham warnt davor, dass der Streit um die Gesundheitsreform das parteiübergreifende Zusammenarbeiten insgesamt belastet und Initiativen wie das Klimagesetz oder eine Einwanderungsreform ganz in Frage stellt. Am gestrigen Dienstag hat ex-Präsident Bill Clinton den Senatoren der Demokraten ins Gewissen geredet, endlich das Klimagesetz zu verabschieden.
Doch gutes Zureden allein wird nicht reichen. Um den Widerstand gegen das Klimagesetz zu durchbrechen, müssen Zugeständnisse an diverse Interessen und Senatoren gemacht werden, die das Gesetz verwässern und in Teilen widersprüchlich sind. Jetzt sickert durch, dass der Verkehr aus dem System herausgenommen werden soll. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 05.03.2010 von Arne Jungjohann
Eine der großen Unbekannten der Klimadebatte in der USA ist die Frage, welche Rolle die Umweltagentur EPA zur Regulierung von Treibhausgasen spielen wird. Zur Erinnerung: Noch unter Präsident George W. Bush entschied der oberste US-Gerichtshof im Fall Massachusetts vs. EPA, dass die Agentur nach geltender Rechtslage dazu verpflichtet ist, CO2 zu regulieren.
Seitdem ist klar: Sollte der Kongress kein Klimagesetz verabschieden, muss die Obama-Regierung auf dem Verordnungswege aktiv werden und CO2-Grenzwerte für Kraftwerke und Fabriken festlegen. Jetzt kommt Feuer ins Spiel. Angesichst der ungewissen Aussichten, ob ein Klimagesetz verabschiedet wird, wollen mehrere Politiker das Luftreinhaltegesetz aushöhlen und die EPA in ihrer Kompetenz beschneiden. Das verkompliziert die ohnehin unübersichtliche Gemengelage im Senat weiter. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 01.03.2010 von Arne Jungjohann

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Viele bezweifeln, dass der Kongress noch in diesem Jahr ein Klimagesetz verabschiedet. Die Wirtschaftslage ist mies, die Demokraten sind angesichts schlechter Umfragewerte nervös und die Republikaner auf Krawall gebürstet. Die Zeit wird knapp. Doch hinter den Kulissen wird weiter um einen überparteilichen Kompromiss gerungen. Senator John Kerry hat am Freitag angekuendigt, dass entgegen der gängigen Meinung ein umfassender Gesetzentwurf in Kürze vorliegt.
Rund um Capitol Hill wird heiß darüber spekuliert, wie ein solcher Kompromiss aussieht. Fest steht nur, dass ein umfassendes Klimagesetz, wie es vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, vom Tisch ist. Die Karten werden neu gemsicht. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 16.02.2010 von Arne Jungjohann

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Wenn man der Washingtoner Gerüchteküche trauen darf, gewinnt eine neue Idee rapide an Akzeptanz in der US Klimadebatte. Ein New Kid on the Block nennt man das hier. Cap and dividend lautet das Motto. Emissionsrechte sollen an Unternehmen versteigert werden, die Erlöse als Energiegeld an die Bevölkerung ausgezahlt werden, um höhere Energiepreise aufzufangen.
Maria Cantwell (eine Demokratin aus dem Bundesstaat Washington) und Susan Collins (eine Republikanerin aus Maine) haben einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Senat eingebracht. Die beiden Senatorinnen haben ausgerechnet, dass in ihrem Modell 80% aller Amerikaner unterm Strich mehr in der Tasche hätten. Eine vierköpfige Familie soll jährlich rund 1000$ an Energiegeld erhalten. Ein besonders schmackhaftes Detail ist aus meiner Sicht der Passus des Gesetzes, internationale offsets komplett auszuschließen.
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Veröffentlicht am 09.02.2010 von Arne Jungjohann
Die größte Renaissance, die wir in Sachen Atomkraft erleben, ist die politische Debatte darüber. Gut so, wenn wie in Deutschland die Argumente auf den Tisch kommen und Konservative (wie Umweltminister Norbert Röttgen) in der Atomkraft eine Sackgassen-Technologie sehen und selbst Zeitungen wie die FAZ offen über die katastrophalen Finanzkalkulationen von AKW-Neubauten berichten.
In der USA wird die Debatte leider nicht so offen geführt, sondern ist von ideologischen Halbwahrheiten, politischem Kalkül und einer uninformierten Oeffentlichkeit geprägt. Selbst Barack Obama, bislang der oberste Klimaretter der Nation, spricht sich (zum Beispiel in seiner State-of-the-Union-Rede) für den Neubau von Atomkraftwerken aus. Konsequent sind im vom Weißen Haus vorgelegten Etatplan mehr als 50 Mrd. Dollar an Bürgschaften für den AKW-Neubau eingestellt. Stehen wir also in der USA vor einer Renaissance der Atomkraft?
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Veröffentlicht am 28.01.2010 von Arne Jungjohann

Es gibt populäre und weitaus leichtere politische Unterfangen, als ein Klimagesetz durch den US-amerikanischen Kongress zu bringen. Nach dem Verlust der Supermehrheit im Senat und den schlechten Umfragewerten haben etliche Demokraten ein Klimagesetz für diese Legislatur totgesagt. Doch Barack Obama hält weiter daran fest. Er hat in seiner ersten Rede zur Lage der Nation vom Kongress ein umfassendes Klima- und Energiepaket verlangt und dargelegt, wie ein überparteilicher Kompromiss aussehen kann.
Zu einem Anlass wie Obamas Rede zur Lage der Nation bieten diverse Bars in Washington DC ein public viewing an. Ich habe den Abend im Local 16, einer hippen Bar in Adams Morgan, mit rund 300 weiteren Washingtoner Politjunkies verbracht. Dort ist die Rede gut angekommen, was angesichts des als „young and progressive“ geltenden Publikums nicht weiter überrascht. Beitrag weiterlesen »
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Veröffentlicht am 27.11.2009 von Arne Jungjohann
Na also, es geht doch. Die Aussichten für einen Erfolg der Klimakonferenz in Kopenhagen bessern sich. Kein geringerer als der US-Präsident selbst wird nach Kopenhagen fahren, um dort konkrete Zahlen und Zusagen der USA an die internationale Staatengemeinschaft zu überbringen. Obama wirft sein politisches Gewicht in die Waagschale. Darauf haben viele lange gewartet. Seine Teilnahme am Gipfel wird, obwohl in der ersten Verhandlungswoche, neuen Schwung in die Verhandlungen bringen. Dass die US-Regierung den Gipfel verdammt ernst nimmt, zeigt ein Blick auf die Reiseliste: Nach Angaben des Weißen Haus fahren neben Obama auch Energieminister Steven Chu, Innenminister Ken Salazar, Wirtschaftsminister Gary Locke, die EPA-Chefin Lisa Jackson und weitere hochrangige Regierungsvertreter nach Kopenhagen.
Dabei ist das ganze innenpolitisch nicht ungefährlich für Obama: Während das Klimagesetz im Senat festhängt, streitet er in Kopenhagen für einen neuen Klimavertrag. Gleichzeitig geht das politische Megaprojekt seiner Amtszeit, die Gesundheitsreform, in die entscheidende Runde. Seine innenpolitischen Gegner werden ihm vorhalten, in der Wirtschaftskrise die falschen Prioritäten zu setzen und den Interessen Amerikas zu schaden. Respekt: Obama räumt dem Klimaschutz oberste Priorität ein.
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