Menschenrechte gegen Klimaschutz?

Veröffentlicht am 30.06.2009 von Tilman Santarius

Die Internationale Energieagentur (IRENA) zieht nach Abu Dhabi um und wird dort ihren vorläufig endgültigen Sitz beziehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten sich gegen die Mitbewerber-Länder vor allem durchsetzen können, weil sie großzügige finanzielle Unterstützung für IRENA in Aussicht gestellt hatten. Sie wollen die Startkosten von 136 Millionen Dollar übernehmen und jährlich IRENA-Projekte in Höhe von 50 Millionen Dollar fördern. Da konnte Deutschland mit der Stadt Bonn, zweiter Favorit unter den Bewerbern, schlicht nicht mithalten.

Für Manche sah das wie eine “erkaufte” Abstimmung aus. Doch die Kritik alleine reicht nicht. Verschiedene Menschenrechts- und Umweltschuztgruppen hatten noch bis zuletzt versucht, die Entscheidung zu verhinden. Beitrag weiterlesen »

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BUND KandidatInnencheck

Veröffentlicht am 29.06.2009 von Lili Fuhr

BUND_K-Check_Banner180Atomkraftwerke abschalten? Neubau von Kohlekraftwerken? Gentechnikfreie Landwirtschaft? Was sagen die Kandidatinnen und Kandidaten der Bundestagswahl zu diesen wichtigen Fragen? Der BUND hat knapp 1.500 potentielle künftige Parlamentsabgeordnete per Fragebogen einem Check unterworfen. Die Ergebnisse sind online abrufbar. Eine wunderbare Idee für mehr Transparenz…

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James Hansen ein Held?

Veröffentlicht am 26.06.2009 von Lili Fuhr

“Klimawissenschaftler bei Protest gegen Kohleabbau festgenommen” – so lautet die ungewöhnliche Schlagzeile in den USA. Dabei handelt es sich um den bekannten NASA-Wissenschaftler James Hansen, der sich an Protesten in West-Virginia, beteiligt hatte. Zum genauen Vorgang und dem Kohleprojekt siehe hier und hier. Seine Motivation für den Protest erläutert Hansen hier. Ungewöhnlich ist die Schlagzeile, weil die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Erkenntnisse weitergeben (wenn auch oft auf eindringliche und kreative Weise), z.B.  beratend für Regierungen tätig werden oder sich meinungsmachend in den Medien äußern. Aber die wenigsten wagen diese Art von Vermischung aus wissenschaftlicher Erkenntnis und persönlichem Einsatz, also bürgerschaftlichem Engagement. Jedenfalls ist mir kein anderes so prominentes Beispiel bekannt. Das ist schade. Denn es sind genau diese Menschen, auf die die Politik gerade hören muss. Und auch die Bürgerinnen und Bürger brauchen die klimawissenschaftlichen Erkenntnisse, um den notwendigen Druck auf ihre Regierungen zu erzeugen. Wissen allein genügt längst nicht mehr. Mountaintop Mining
“Mountaintop Mining” – dagegen protestierte Hansen.
Quelle: www.flickr.com (von nrdc_media), Creative Commons Lizenz

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Russland führt

Veröffentlicht am 25.06.2009 von Tilman Santarius

GASTBEITRAG VON OLDAG CASPAR

Glücksmomente beim WWF-Russland, Staunen bei russischen Journalisten. Präsident Dmitri Medwedew, so sickerte am Abend des 19. Juni durch, hatte dem ersten staatlichen Fernsehkanal gesagt, Russland werde seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 10 bis 15 Prozent senken. Ausgehend von heutigem Niveau. Das, so rechnete der WWF-Russland sofort in einer Pressemitteilung vor, würde bedeuten, Russland verpflichtet sich zu Emissionsreduktionen von 40 bis 45 Prozent unter das Niveau von 1990.

War das der Durchbruch bei den aktuellen Klimaverhandlungen? Russland sei damit zum führenden Land im Ringen um ein Post-Kyoto-Klimaabkommen geworden, zitierten russische Internetmedien einen euphorischen WWF-Russland-Direktor Igor Tschestin. Noch am Montag schrieb die angesehene Wirtschaftszeitung Wedomosti von einer „tatsächlichen grünen Revolution”. Wedomosti erklärte den mutigen Schritt auch mit den zurückgehenden CO2-Emissionen aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise.

Doch als das Medwedew-Interview am Sonntag ausgestrahlt wurde, war bereits Katerstimmung eingetreten. Beitrag weiterlesen »

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Green Development Deal

Veröffentlicht am 23.06.2009 von Tilman Santarius

400 Milliarden! 400 Milliarden wollen Unternehmen in die Wüste Nordafrikas investieren, um Europa mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Da müssen Politiker und Medien monatelang über Konjunkturpakete von geringeren Summen debattieren, und die Privatwirtschaft kann, wenn sie will, das mit einer bloßen Presseeklärung ankündigen.

Doch solche Investitionen braucht es. Eine solare Vollversorgung der Länder der EU binnen weniger Jahrzehnte wird nur erreichbar sein, wenn ein Teil der Energie aus den sonnenreichen Regionen beispielsweise des südlichen Mittelmeers importiert wird. Endlich gibt es eine Initiative, die große Summen Kapital für klimafreundliche Investitionen locker macht – und das, ohne die Steuerzahlerinnnen zu belasten.

Die Investitionen sollen nicht nur erneuerbaren Strom nach Europa bringen, sondern auch Armutsreduzierung und eine zukunftsfähige Entwicklung nach Nordafrika. Doch es reicht nicht, dies nur zu betonen.

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Klimawissenschaft: Synthese Report – ein wirksames Mittel gegen Halbinformiertheit

Veröffentlicht am 22.06.2009 von Lili Fuhr

Eines der größten Probleme für einen Durchbruch bei den internationalen Klimaverhandlungen ist meiner Meinung nach die fehlende Krisenwahrnehmung in der Öffentlichkeit. Wen würde es jucken, wenn wir morgen in der Zeitung lesen “Klimaverhandlungen gescheitert”? Welche Chance für einen Neuanfang gäbe es dann? Vermutlich derzeit kaum eine.

Auch an der Reaktion der Politik – nämlich der Abwesenheit des Klimathemas imWettbewerb um die besten Positionen im Wahlkampf – zeugt von dieser fehlenden Krisenwahrnehmung. Hintergrund dafür dürfte zu einem großen Teil ein Mangel an Aufklärung sein. Zwar wissen die meisten inzwischen, dass es so etwas wie Klimawandel gibt und dass das ein Problem ist. Aber nur sehr wenige wissen, wie ernst die Lage wirklich ist und was auf dem Spiel steht.

Umso begrüßenswerter ist es, dass es nun endlich einen allgemein verständlichen Text gibt, der die aktuellsten klimawissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenträgt und zusammenfasst. Es handelt sich um den lang angekündigten Synthese-Report der internationalen Konferenz der KlimawissenschaftlerInnen, die im März diesen Jahres in Kopenhagen stattfand (siehe hier). Beitrag weiterlesen »

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Obama-Regierung: Klimawandel kommt die USA teuer zu stehen

Veröffentlicht am 17.06.2009 von Arne Jungjohann

Ein neuer Bericht der US-Regierung zeichnet ein drastisches Bild vom zu erwartenden Klimawandel in den USA. Steigende Temperaturen werden den Südwesten des Landes in einen glutheißen Backofen verwandeln, Touristengebiete wie Key West in Florida sind vom Anstieg des Meeresspiegel bedroht und Stürme, vor allem im Nordwesten und an den großen Seen, werden häufiger und intensiver. Das alles ist nochmal regional unterteilt auf einer gut gemachten Homepage der Obama-Administration.

Die Botschaft des Reports ist deutlich: Wird nichts gegen den Klimawandel unternommen, kommt das die USA teuer zu stehen. Vielleicht eine triviale Erkenntnis für uns Deutsche, aber in den USA gibt es nach acht Jahren George W. Bush einen enormen Aufholbedarf. Und schließlich kommt der Bericht genau zur richtigen Zeit: Nächste Woche wird das Repräsentantenhaus über den Gesetzentwurf zum Klimaschutz abstimmen. Noch immer sehen etliche Abgeordnete im Gesetz eine Gefahr für die Wirtschaft. Das Gegenteil ist der Fall.

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