Wem gehören die Emissionsrechte?

Veröffentlicht am 28.09.2007 von Jörg Haas

by OZinOh on flickrJetzt hat sich RWE mit dem Bundeskartellamt im Streit um die Einpreisung von geschenkten Emissionsrechten geeinigt (hier der Text der Einigung).

Worum ging es: Das Bundeskartellamt hatte RWE Ende 2006 abgemahnt. Der Vorwurf: die Forderung von Industriestrompreisen im Jahr 2005 war insoweit missbräuchlich, als in den Preisen mehr als 25% des im Preis anteilig enthaltenen CO2-Zertifikatswerts überwälzt wurde. Anders ausgedrückt: Obwohl RWE die Emissionsrechte geschenkt bekam, hat es ihren Gegenwert in die Strompreise eingepreist.

Viele haben sich darüber geärgert, die industrielle Kraftwirtschaft, auch Grüne. Und RWE deswegen angegriffen bzw. das Bundeskartellamt gelobt.

Ich denke, es gibt gute Gründe sich über die Marktmacht von RWE&Co. Sorgen zu machen. Auch die Forderung nach einer Zerschlagung der Stromkonzerne, die von so diversen Akteuren die der Deutschen Bank und attac aufgestellt wird, halte ich für unterstützenswert. Beitrag weiterlesen »

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KlimaKillerKohle

Veröffentlicht am 26.09.2007 von Jörg Haas

BUND KarteUnter www.klimakillerkohle.de haben die Grünen nun eine Karte der neugeplanten Kohlekraftwerke in Deutschland ins Netz gestellt. Spannend: Richtig interaktiv zum rein- und rauszoomen. Und wenn Sie dann ihren nächstgelegenen Klimakiller gefunden haben: einfach draufklicken. Da finden sich dann die Basisinfos zu jedem Kraftwerk, und die Kontaktadressen zu denjenigen, die Widerstand leisten gegen die Klimazerstörung. Wunderbar – ein erstklassiges Instrument zur Mobilisierung und Vernetzung. Ein paar Projekte sind schon verhindert: Bremen und Bielefeld. Kraftwerk um Kraftwerk werden wir die Klimakiller stoppen!

Weitere Kohle-Infos finden sich auch beim BUND, der ebenfalls sehr aktiv ist (siehe abgebildete Karte).

Weiterlesen:
Warum keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden dürfen: hier und hier
Und wo schon überall protestiert wird: hier

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Merkel = Ökosozialistin?

Veröffentlicht am 23.09.2007 von Jörg Haas

Wer hätte sich träumen lassen, dass Bundeskanzlerin Merkel in der Financial Times Deutschland einmal als “Ökosozialistin” bezeichnet würde? So geschehen in einer Kolumne von Peter Ehrlich am 13.09.07.

Hintergrund sind zwei Reden, die Merkel auf ihrer jüngsten Reise in Japan gehalten hat, in denen sie den Pro-Kopf-Ausstoß als Maß für ein gerechtes Klimaabkommen erwähnt hat. Was sie genau vorschlägt, bleibt doch recht stark im Dunkeln (mehr hier). Doch ihre Website zumindest verkündet:

Nach Merkels Vorschlag würde der CO2-Ausstoß pro Kopf errechnet. Der maximale CO2-Ausstoß eines Landes orientiert sich damit an der Bevölkerungszahl. Das heißt: je größer die Bevölkerungszahl eines Landes, desto mehr CO2 kann dieses Land ausstoßen. Jeder Mensch auf dieser Welt darf damit die gleiche Menge an Kohlendioxid produzieren. Beitrag weiterlesen »

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Klimawandel im Finanzsektor

Veröffentlicht am 21.09.2007 von Jörg Haas

Lehman Brothers Gebäude in NYC, by http://flickr.com/photos/ebeth/Die US-Investmentbank Lehman Brothers hat einen neuen Report zum Klimawandel veröffentlicht: “The business of climate change II“. Was Climate Progress daraus exzerpiert, klingt hochspannend (für eine Investmentbank):

* Lehman Brothers setzt nun die Wahrscheinlichkeit eines internationalen Klimaschutzabkommens auf 75% hoch, nachdem sie bisher die Chancen erst 50/50 einschätzten.

* Sie rechnen damit dass die Märkte die Auswirkungen des Klimawandels antizipieren werden, und damit auch späte Wirkungen bereits heute wirtschaftlich relevant werden.

* Die Schadensberechnungen des Stern Review waren nicht überhöht und müssen ernst genommen werden.

* USA, EU, Russland und Japan sind für beinahe 70% des in der Atmosphäre vorhandenen zusätzlichen CO2 verantwortlich. Sie sollten in einen Fonds einzahlen, der Entwicklungsländern bei der klimafreundlichen Entwicklung hilft.

* Emissionsrechte sollten auktioniert werden, nicht nach historischen Emissionen verschenkt (grandfathering) wie bisher im europäischen Emissionshandel (…meine Rede…).

Der Finanzsektor erweist sich einmal mehr als Speerspitze des Vernunft in der Wirtschaft. Spannend.

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Endspurt für Bali beginnt

Veröffentlicht am 21.09.2007 von Jörg Haas

Am Montag eröffnet UN Generalsekretär Ban Ki-Moon ein “High-Level Event” zum Klimawandel am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Mehr als 70 Staats- und Regierungschefs werden erwartet, darunter auch Bundeskanzlerin Merkel. Das Event soll den politischen Willen generieren, bei der Weltklimakonferenz im Dezember in Bali zu Ergebnissen zu kommen und dort ein erfolgversprechendes Verhandlungsmandat zu erteilen.

Mit Spannung wird Bundeskanzlerin Merkels Rede erwartet. Ihre Reden in Japan lassen Hoffnungen hinsichtlich Klimagerechtigkeit sprießen, die BUND und Brot für die Welt schon zu Lobeshymnen verleiten. Wenn das mal nicht vorschnell ist? Jedenfalls ist sie für Überraschungen gut – auch BMU und AA scheinen von ihren japanischen Äusserungen überrumpelt worden zu sein. Beitrag weiterlesen »

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Good Bye New Orleans?

Veröffentlicht am 20.09.2007 von Jörg Haas

New Orleans während Katrina (wikipedia)Erinnern Sie sich an Katrina? Den Mega-Hurrikan, der 2005 ca. 1836 Todesopfer und ökonomische Schäden von 81 Mrd. USD gefordert hat.

Die Deiche brachen. New Orleans stand in weiten Teilen unter Wasser. Eine menschliche Katastrophe, die die USA erschütterte. Und die bloßlegte, wie Katastrophen vor allem die Armen, die Ausgeschlossenen, die Schwarzen treffen. Das Gesicht der Klimakatastrophe hat eine dunkle Hautfarbe.

Doch auch ohne Hurrikan droht New Orleans in Zukunft im Wasser zu versinken. Die US Initiative “Architecture 2030” hat einmal visualisiert, wie sich der Meeresspiegelanstieg auf die US Küstenstädte auswirken würde. So würde z.B. New Orleans von nur einem Meter Meeresspiegelanstieg überschwemmt.

Ein Meter Meeresspiegelanstieg, das ist nicht viel. Das werden wir vielleicht noch in diesem Jahrhundert erleben. Wenn wir nicht entschieden umsteuern. Auch dafür liefert Architecture 2030 wunderbare Beispiele aus dem Bereich des klimafreundlichen Bauens.

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Peak Oil und der Klimawandel

Veröffentlicht am 18.09.2007 von Jörg Haas

Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen ein Rekordhoch erreicht. Heute steht er bei 77,80 $/Barrel, zeitweise war er schon auf über 80 Dollar geklettert. Solche Ölpreisanstiege befeuern die Debatte, ob wir bereits den globalen Gipfel der Ölförderung (peak oil) erreicht haben oder dies in unmittelbarer Zukunft bevorsteht.

Ein paar interessante Links hierzu: Beitrag weiterlesen »

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