Störfall, Unfall, …. Vattenfall

Veröffentlicht am 11.07.2007 von Jörg Haas

Je mehr inzwischen über den Störfall vor 2 Wochen im AKW Krümmel bekannt wird, desto mehr überkommt einen das nackte Grausen. Wer den detaillierten Bericht im Tagesspiegel (lesen!) über seinen Verlauf nachvollzieht, erkennt eine Linie die sich von Brunsbüttel ( 2001) über Forsmark 2006 durch allzu viele Störfälle der letzten Jahre zieht: Shit happens – das Unvorhergesehene passiert eben doch. Das AKW wurde anders gebaut als geplant und genehmigt, Sicherheitseinrichtungen funktionieren nicht, Personal reagiert nicht wie vorgesehen. Das ist eigentlich nichts Besonderes – das kommt im menschlichen Leben nun mal vor. Nur dass es bei Atomkraftwerken nicht passieren darf. Krümmel liegt nur wenige Kilometer von Hamburg, je nach Windrichtung würde eine massive Freisetzung von Radioaktivität binnen kürzester Zeit zur Verseuchung der Millionenstadt führen. Die Vorwarnfrist wäre minimal, eine Evakuation undenkbar.

Vattenfall verweigert nun sogar die direkte Befragung des während des Störfalls verantwortlichen Personals durch die Atomaufsichtsbehörden. Vattenfall Nuclear Chef Thomauske kennt das Geschäft: Er wechselte seinerzeit vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zum Stromversorger, mit allen Insiderkenntnissen.

Nach Ansicht des BfS-Sprechers Groß erlaubt die gegenwärtige Rechtslage nicht einmal, Vattenfall die Lizenz zum Betrieb von AKWs aufgrund seiner „abenteuerlichen Sicherheitskultur“ (DUH Geschäftsführer Baake) zu entziehen. Da bleibt nur eins: Wir müssen selbst Vattenfall schnellabschalten!

Weiterlesen: Studie “Restrisiko” der grünen Fraktion im Europaparlament, zu Störfällen in AKWs
Strahlende Landschaften: Brunsbüttel
Strahlende Landschaften: Krümmel

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Stilfragen

Veröffentlicht am 09.07.2007 von Jörg Haas

In Teilen der Umweltbewegung ist es beliebt, die “Lebensstilfrage” aufzurufen. Auch in Abgrenzung von einem Propheten der ökologischen Industriepolitik wie Sigmar Gabriel wird sie z.B. von Renate Künast in der ZEIT thematisiert. Sehr massiv wurden Ratschläge zum klimafreundlichen Lebensstil auch bei Live Earth verbreitet. Wir sollen uns z.B. verpflichten, vier Glühbirnen gegen Energiesparlampen auszuwechseln, und ein- oder mehrmals pro Woche per öffentlichem Verkehr oder Fahrgemeinschaft zur Arbeit zu fahren.

Derlei gute Ratschläge verteilt auch die Klimakampagne der BILD-Zeitung mit den Umweltverbänden WWF, BUND und Greenpeace.

BILD

Solche Klimaschutztipps sind m.E. ein zweischneidiges Schwert. Denn sie verlagern tendenziell die Verantwortung für Klimaschutz auf den Einzelnen als Verbraucher.

Ihre Beliebtheit geht auf ein tiefes Bedürfnis zurück: Die globale Natur des Klimakrise, die Komplexität des Themas und die Ferne der klimarelevanten Entscheidungen vom einzelnen Bürger verursacht tiefe Ohnmachtserfahrungen. Sie führen beim Einzelnen oft zu Resignation oder Verdrängung. Die Veränderung des Lebensstils bietet hingegen eine jedem einzelnen zugängliche, einfache Handlungsmöglichkeit. Man kann etwas tun! Das ist psychologisch entlastend und stabilisierend angesichts einer oft als überwältigend empfundenen Bedrohung.

Und doch verschiebt dies die Ohnmacht nur. Was mache ich denn, wenn ich all meine Glühbirnen ausgewechselt habe? Wenn ich mit der S-Bahn zur Arbeit fahre und auf der parallel laufenden Autobahn sehe, wie die Raserei unverändert weitergeht und ich mit meinem Lebensstilwandel nur dazu beigetragen habe, dass für die übrigen es noch ein wenig flotter vorwärtsgeht?

Für mich gibt es keinen Zweifel, dass der Klimaschutz einen erheblichen Wandel unserer Lebensstile nach sich ziehen wird. Aber diesen Wandel wird es in der Breite erst geben, wenn die uns umgebenden Infrastrukturen, die Institutionen im weitesten Sinne, die Signale ökonomischer und nichtökonomischer Art, die wir empfangen, verändert werden. Und diese Veränderung ist Politik.

Was ich vom einzelnen erwarte und verlange, ist die Bereitschaft eine solche Politik zu unterstützen, ja einzufordern - auch wenn sie am Ende eine Veränderung des Lebensstils nach sich ziehen wird.

Ich erwarte nicht von jeder und jedem, dass er/sie morgen sein Auto verkauft und nur noch Fahrrad oder ÖPNV fährt. Aber ich erwarte von jeder & jedem, dass er/sie eine Politik von Strassenbenutzungsgebühren, Tempolimits, progressiv verschärften Emissionsgrenzwerten und des Ausbaus von Fahrrad- und ÖPNV-Infrastruktur einfordert oder zumindest akzeptiert.

Ich erwarte nicht von jedem & jeder, dass er/sie in die Bahn steigt, wenn die Alternative ein Flug zu einem Bruchteil der Kosten und einem Bruchteil des Zeitaufwands ist. Aber ich erwarte von jedem & jeder, eine Politik zu unterstützen, die die absurde Subventionierung des Fliegens beendet, auch wenn das am Ende das Fliegen so teuer macht, dass ich es mir nicht mehr leisten kann.

Unser Lebensstil hat sich in den vergangenen 20 Jahren massiv geändert, im ökologisch Guten wie im Schlechten: Heute fliegen wir viel mehr, heute essen wir Lebensmittel die von weit her kommen, heute benutzen wir selbstverständlich Internet und Handy, heute verbrauchen wir deutlich mehr Ökostrom (dank EEG). Das ist Ergebnis technologischer Entwicklungen und politischer und ökonomischer Veränderungen, nicht der bewussten moralischen Entscheidungen der Einzelnen.

Unser Lebensstil muss und wird sich in den kommenden Jahrzehnten drastisch ändern. Nicht als das Ergebnis von Maßhalteappellen, und sei es über die BILD-Zeitung und Live Earth. Sondern als Ergebnis von guter Politik. Und die bekommen wir nur, wenn wir als Bürger von der Politik einfordern: Handelt jetzt - auch wenn uns das manche liebgewordene Gewohnheit verändert!

Weiterlesen: Eine interessante Reflektion zum Fliegen im Leben eines Umweltaktivisten, in Daniel Mittlers Blog.

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Chapeau, Mr. Gore

Veröffentlicht am 07.07.2007 von Jörg Haas

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft noch Live Earth. Ich sehe Al Gore in Washington DC bei der Eröffnung des größten Konzerts das die Erde je gesehen hat. Er sagt sinngemäß (Video):

In wenigen Jahren werden unsere Kinder uns eine von zwei Fragen stellen. Sie werden auf uns, die wir am Anfang des 21. Jahrhunderts stehen, zurückblicken.

Entweder werden sie fragen: Was haben sie sich damals gedacht? Haben sie die Wissenschaftler nicht gehört? Sahen Sie nicht die Belege (für den Klimawandel)? Waren sie zu beschäftigt, habgierig, oder abgelenkt? War es ihnen egal?

Oder sie werden eine zweite Frage stellen: Wie haben sie es geschafft und den Mut aufgebracht, aufzustehen und erfolgreich die Klimakrise zu bewältigen?

Vorab hatte ich befürchtet, dass das ganze Event letztlich entpolitisierend wirkt. Nach dem Motto: jetzt wechselt jeder seine Glühbirnen aus und fährt Fahrrad, und dann wird alles gut. Und es gab und gibt vielerlei Elemente bei Live Earth, die letztlich die ganze Verantwortung beim Einzelnen als Verbraucher abladen. Und dabei ignorieren, dass wir gesellschaftliche Wesen sind und in Infrastrukturen, in gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen agieren. Dass es mehr denn je Politik braucht, um den Wandel herbeizuführen. Und ohne Politik der gute Wille des einzelnen recht rasch erlahmen wird.

Aber dann war ich positiv überrascht, dass die zentrale Botschaft des Events in Form eines Gelöbnisses zu dem man aufgefordert wurde, erstaunlich politisch war. Al Gore trägt diese ‘Pledge’ selbst vor, auf der Mall in Washington DC. Da werde ich aufgerufen, unter anderem Folgendes zu geloben:

- zu fordern dass mein Land einem internationalen Vertrag in den nächsten 2 Jahren beitritt, der die Treibhausgasemissionen der entwickelten Länder um 90% reduziert und weltweit um über 50% [in den USA und Australien ein großes Politikum]

- für ein Moratorium für neue Kohlekraftwerke zu kämpfen, sofern diese ohne CO2-Abscheidung gebaut werden [Angela, Sigmar, hört Ihr?]

- für Gesetze und Politiken zu kämpfen die die Nutzung erneuerbarer Energien ausweiten [well done, wir könnten Al hier ein paar Empfehlungen mitgeben]

- Führungspersönlichkeiten zu unterstützen die mein Engagement teilen [ob das ein Anzeichen ist das Al Gore doch noch in den Ring steigt um die US-Präsidentschaft? Wie auch immer, auch das ist wichtig].

Chapeau, Mr. Gore, hier sind die Akzente richtig gesetzt.

Ein Kommentar aus Madison, Wisconsin zum Thema: Enjoy the show, then vote Green

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Strahlende Landschaften: Krümmel

Veröffentlicht am 06.07.2007 von Jörg Haas

Auch das AKW Krümmel liegt idyllisch (Foto hier). Blau der Himmel, blau die Elbe, saftig grüne Wiesen. Kein Wölkchen trübt die Wochenendstimmung. Ein Segelboot kreuzt unschuldig über die Unterelbe.

Was auf klimaschuetzer.de fehlt, ist dieses Bild (Quelle: Greenpeace).

Scheibchenweise und erst nach dem Energiegipfel rückt Vattenfall mit der Wahrheit über den Vorfall am 28.06. heraus.

Der BUND hat nun den Störfallbericht von Vattenfall publiziert und schreibt:

Der Bericht des Krümmel-Betreibers belege, dass eine erhebliche Gefahr für den nuklearen Bereich des Atomkraftwerkes bestanden habe. Ein Reaktor, der nicht mit Strom versorgt werde, könne außer Kontrolle geraten. Auch das Ausfallen einer Pumpe der Wasserversorgung im Reaktorinneren sei hochproblematisch. Völlig unklar bleibt nach dem Bericht, warum Steuerungsventile geöffnet wurden. Menschliches Versagen bei der Bedienung der Ventile von Hand nach dem Ausfallen der automatischen Steuerung hätte schwerwiegende Folgen haben können.

Rebecca Harms, grünes Mitglied des Europaparlaments meint:

In der Vattenfall Pressemitteilung, vom 29. Juli hieß es die Sicherheitssysteme des Kernkraftwerkes Krümmel haben wie vorgesehen funktioniert. Damit hat der Betreiber des Atomkraftwerkes die Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Auch die Aussage, dass der Brand keine Auswirkungen auf den Reaktor selbst gehabt habe war falsch.

Es ist skandalös, dass Vattenfall erneut systematisch den Verlauf eines Störfalls verharmlost und verschleiert. Auch bei den Störfällen in Brunsbüttel 2001 und im letzten Sommer im schwedischen Forsmark, kam das tatsächliche Ausmaß der Zwischenfälle erst nach und nach ans Licht.

Angesichts der Schwere dieser Störfälle ist diese Politik der Fehlinformation und Täuschung unverantwortlich. Die nach § 7 Atomgesetz geforderte Zuverlässigkeit und Fachkompetenz des Betreibers ist mehr als in Frage gestellt.

Die taz meldet: Rauchgas war in der Leitwarte – nur mit Gasmaske habe ein Mitarbeiter dort seinen Dienst fortsetzen können.

Da bleibt doch nur eins:

Massenhafter Ausstieg aus Vattenfall: Atomausstieg selber machen

Weiterlesen: Strahlende Landschaften: Brunsbüttel
Bericht zu Krümmel auf Spiegel-Online

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Klima ist Pop

Veröffentlicht am 06.07.2007 von Jörg Haas

Nur noch 13 Stunden bis Live Earth – dem größten Klimaspektakel das die Welt bisher gesehen hat. 8 Konzerte, 150 Rock- und Popstars. Mit leichtem Grausen sieht man die von Microsoft und Chevy gesponserte Website und denkt sich: Wenn’s denn der guten Sache dient…

Denn in der Tat darf eine Klimabewegung, will sie denn erfolgreich sein, sich nicht zu fein sein für die Überschreitung von Grenzen zwischen Milieus. Mit den Grünen, den Postmaterialisten allein werden wir diese Herausforderung nicht bewältigen.

Sigmar Gabriel kann auf diesem Feld seine umfangreiche Erfahrung als Pop-Beauftragter der SPD einbringen.

Hier kontern die Grünen natürlich mit Claudia Roth:

Sorry, das war ein altes Foto. Aber schön punkig. Findet sich noch auf bundestag.de. Nun aber was aktuelleres:

(Quelle: aedt.de)

Klima ist Pop. Aber nicht nur…
So, und hier noch der Bonus-Track: ein Erneuerbare-Energien-Rap vom Solarenergie Förderverein Deutschland.

In der taz dazu: Der Zweck heiligt die Titel
We are the Klimaschützer
Tanz die Erderwärmung

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Klimagerechtigkeit im Airbus

Veröffentlicht am 05.07.2007 von Jörg Haas

Die Reisesaison beginnt. Und Tausende fliegen – nach Mallorca oder auf die Malediven. Jeder Flug jede Menge Emissionen.

First, Business, oder Economy: Sind eigentlich alle Passagiere gleichermassen “schuld” an den Emissionen? Was meinen Sie?

(Quelle: Singapore Airlines – interessant, die Gender-Verhältnisse hier, nicht?)

Physikalisch ist der Unterschied nicht besonders groß. Gut, ein First Class Passagier hat einen schwereren Sitz und braucht etwas mehr Platz. Auch sein Menü ist vielleicht etwas emissionsträchtiger. Aber so richtig viel macht das nicht aus. Also sind die Emissionen allen Passagieren zu gleichen Teilen zuzurechnen? Die meisten Emissionsrechner arbeiten so.

Aber “schuld” an den Emissionen ist doch v.a. die Tatsache, dass mit diesem Flug Geld zu verdienen ist. Wäre die Verbindung unrentabel, würde sie rasch eingestellt. Das heisst, die Passagiere sind “schuld” an den Emissionen im Verhältnis zu ihrem Anteil an dem gesamten Umsatz, den die Fluglinie mit dem Ticketverkäufen für diesen Flug macht. Das heisst eben auch: Ein First- oder Businessclass-Passagier, der häufig das drei- bis vierfache eines Economy-Passagiers für seinen Flug zahlt, verursacht auch drei- bis viermal soviel Emissionen.

Interessant, nicht? Würde mich ja interessieren, wie atmosfair und myclimate diese Tatsache in ihren Berechnungen berücksichtigen. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

Was aber nicht heissen soll, dass Sie nun fröhlich Economy fliegen sollten. Bloss weil andere noch schlimmer “sündigen”. Denn am Ende verfliegen alle, die fliegen, den Umweltraum von Dritten. Aber dazu ein andermal mehr.

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Strahlende Landschaften

Veröffentlicht am 04.07.2007 von Jörg Haas

Jetzt oder nie – Atomenergie! ruft die Atomlobby und präsentiert uns ihre Pannenreaktoren in den rosigsten Bildern. Kuschelige Schafe grasen friedlich, die Sonne scheint, und ganz versteckt (ein Suchbild?) lächelt uns im Hintergrund der Pannenreaktor Brunsbüttel schelmisch entgegen. Blühende Landschaften versprach uns Kohl, aber die Atomlobby verspricht mehr: Strahlende Landschaften!

Was nicht gezeigt wurde ist dieses Bild ((c) Greenpeace)

Brunsbüttel

Es zeigt ein nach einer Wasserstoffexplosion im Jahr 2001 geplatztes Rohr im AKW Brünsbüttel. Der Betreiber (damals HEW, heute Vattenfall) liess das AKW noch 2 Monate nach der Explosion weiterlaufen.

Greenpeace hat die Störanfälligkeit der ältesten Reaktoren – darunter Brunsbüttel – in der Studie “Risiko Restlaufzeit” genau untersucht. Dort heisst es u.a.: “Brunsbüttel ist gemessen am Betriebs-Indikator (BI) das problematischste Atomkraftwerk in Deutschland. Summiert man alleine die Stillstandszeiten auf, die länger als ein Jahr gedauert haben, so kommt man auf rund sechs Jahre, die Brunsbüttel wegen Sicherheitsproblemen vom Netz genommen werden musste.
(…) Gravierend sind nicht nur die Störfälle, sondern auch die Reaktion des Betriebspersonals auf diese Störfälle. Als es 2001 zu einer Knallgasexplosion kam, die eine Rohrleitung in unmittelbarer Nähe des Reaktordruckbehälters auf 2,7 Meter Länge zerstörte, führte dies nur durch ein Wunder zu nicht schlimmeren Folgen. Die Bedienmannschaft schätzte den Vorfall völlig falsch ein. Erst zwei Monate später wurde das ganze Ausmaß des Schadens bei einer Inspektion entdeckt.”

Und weiter: “Wie ein Kühlmittelverluststörfall im Pannenreaktor Brunsbüttel verlaufen wäre, ist fraglich. Ob alle Notfallsysteme funktionsfähig gewesen wären, ist ungewiss. Die Gefahr eines Kernschmelzunfalles mit massiven radioaktiven Freisetzungen war nah, das ist gewiss. ” (Greenpeace-Studie zu Brunsbüttel, S. 13).

Mit “abenteuerlichen juristischen Winkelzügen” (DUH Geschäftsführer Rainer Baake) wehrt sich Vattenfall aktuell gegen die Veröffentlichung einer Schwachstellenliste über das Atomkraftwerk Brunsbüttel mit mehreren hundert offenen Fragen. Als ob Sicherheitsfragen eines Atomkraftwerks ein Betriebsgeheimnis sein dürften.

Wer nicht hören will muss fühlen“, meint da ein breites Aktionsbündnis und ruft angesichts dieser abenteuerlichen Sicherheitskultur (siehe auch den jüngsten Störfall in den Vattenfall AKWs Brunsbüttel und Krümmel) zum massenhaften Vattenfall-Ausstieg auf.

Aber wir wissen ja: Deutsche AKWs sind die sichersten der Welt. Und führen uns sicher in eine strahlende Zukunft.

Zum Weiterlesen:
Mythos Atomkraft: Über die Risiken und Aussichten der Atomenergie, von Gerd Rosenkranz
Mythos Atomkraft: Über die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken, von Felix Chr. Matthes
Mythos Atomkraft: Atomenergie und Klimawandel, von Felix Chr. Matthes
Vorläufige Einschätzung
der Gruppe Ökologie zu den Vorfällen in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel, im Auftrag von Rebecca Harms MEP
Sauber, aber explosiv: Artikel von Cerstin Gammelin und Fritz Vorholz aus der ZEIT

UPDATE: “Vattenfall vertuscht Atomunfall” taz-Bericht zum Vorfall im Vattenfall-Reaktor Krümmel

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